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Trotz Bolsonaro : Warum die Brasilianer auf Impfungen vertrauen

Vor einem Impfcenter in Rio de Janeiro im Juli 2021 Bild: AP

Gegen das Coronavirus wollen sich 94 Prozent der Brasilianer immunisieren lassen. Dabei tut Präsident Jair Bolsonaro alles, um das Vertrauen in die Impfung zu untergraben.

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          Laut einer Umfrage des Institutes Datafolha wollen sich 94 Prozent aller Brasilianer impfen lassen. Von einer derart hohen Impfbereitschaft können viele Länder in Europa nur träumen. Nur mit viel Überzeugungsarbeit und zunehmendem Druck dürfte es hierzulande gelingen, eine ausreichende Impfquote zu erreichen.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          „Das ist doch absurd“, sagt Manuel Graça über die Proteste von Impfgegnern in Europa. Jeder, der sich nicht impfen lasse, müsse sich bewusst sein, was er damit bewirke. „Man lässt sich ja nicht nur wegen sich selbst impfen.“ Der 58 Jahre alte kaufmännische Leiter hat gerade seine zweite Impfung bekommen. Vor dem Impflokal in einem Mittelklasseviertel der Metropole São Paulo hat sich eine Schlange gebildet, wie jeden Tag seit dem Beginn der Impfkampagne Mitte Januar. Er habe keinen Moment an der Impfung gegen das Coronavirus gezweifelt, sagt Graça, und kenne auch niemanden in seinem Umfeld, der sich nicht impfen lassen wolle. „In Brasilien wird man schon als Kind gegen allerlei geimpft. Das ist fast etwas Kulturelles.“

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