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Trotz Ausreiseverbots : Venezuelas Oppositionschef reist zu Treffen mit Pompeo

  • Aktualisiert am

Der selbst ernannten Interimspräsident Venezuelas, Juan Guaidó, wird in Kolumbien mit militärischen Ehren empfangen. Bild: AFP

Seit einem Jahr versucht der selbst ernannte Interimspräsident Guaidó, den sozialistischen Staatschef Maduro aus dem Amt zu drängen. In Bogota wurde Guaidó nun mit militärischen Ehren empfangen: Er will dort den amerikanischen Außenminister treffen.

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          Venezuelas Oppositionsführer und selbst ernannter Präsident Juan Guaidó hat sich abermals über das gegen ihn verhängte Ausreiseverbot hinweggesetzt und ist nach Kolumbien gereist. Der kolumbianische Staatschef Iván Duque empfing ihn am Sonntag im Präsidentenpalast Casa de Nariño in Bogotá mit militärischen Ehren. „Wir werden die Unterstützung der Welt festigen, um die Freiheit für Venezuela zu erringen“, schrieb Guaidó nach dem Arbeitstreffen mit Duque und Kolumbiens Vizepräsidentin Marta Lucía Ramírez sowie Außenministerin Claudia Blum auf Twitter. Über die Inhalte des Treffens wurde zunächst noch nichts bekannt.

          Am Montag will Guaidó am Rande eines regionalen Ministertreffens zum Thema Terrorismus in Bogotá mit dem amerikanischen Außenminister Mike Pompeo zusammenkommen. „Ich freue mich, ihn zu treffen“, sagte Pompeo nach Angaben mitreisender Journalisten vor seinem Abflug aus Berlin. Pompeo will Kolumbien als erste Station einer Lateinamerika-Reise besuchen.

          Guaidó dankte in einer Botschaft im Internetdienst Twitter Kolumbien dafür, dass es „den Kampf des venezolanischen Volkes“ unterstütze. Kolumbien und die Vereinigten Staaten gehören – ebenso wie Deutschland – zu den mehr als 50 Staaten, die Guaidó als Übergangspräsidenten des südamerikanischen Krisenstaates anerkannt haben. Allerdings entstand zuletzt der Eindruck, dass der amerikanische Präsident Donald Trump angesichts mangelnder Fortschritte das Interesse an Venezuela verloren hat.

          Bei seiner Rückreise droht Guaidó die Verhaftung

          Parlamentschef Guaidó hatte sich vor einem Jahr zum Interimspräsidenten erklärt und den sozialistischen Staatschef Maduro damit offen herausgefordert. Zwar ist Maduro mittlerweile weltweit weitgehend isoliert, allerdings hält er sich mit Hilfe des Militärs weiter an der Macht. Guaidó wird auf dem internationalen Parkett zwar hofiert, kann sich in Venezuela aber nicht durchsetzen. Die humanitäre Lage in dem einst reichen Land mit den weltgrößten Erdölreserven ist katastrophal. 4,5 Millionen der gut 30 Millionen Venezolaner haben das Land bereits verlassen.

          Zuletzt hatte Maduro versucht, Guaidó in seiner eigenen Machtbastion – dem von der Opposition dominierten Parlament – anzugreifen. Sicherheitskräfte versperrten den regierungskritischen Abgeordneten Anfang Januar den Weg zur Nationalversammlung, während sozialistische Parlamentarier und abtrünnige Oppositionelle einen Gegenkandidaten zum Parlamentschef wählten. Allerdings ließ sich Guaidó wenig später von seinen Anhängern an anderer Stelle im Amt bestätigen. Das Parlament ist nun in zwei konkurrierende Häuser gespalten.

          Wegen laufender Strafverfahren darf Guaidó das Land eigentlich nicht verlassen. Im vergangenen Jahr war er ebenfalls nach Kolumbien und in andere südamerikanische Länder gereist. Bei seiner Rückkehr wurde er am Flughafen von Caracas von einer Reihe ausländischer Diplomaten erwartet, die mit ihrer Anwesenheit seine Festnahme verhindern wollten. Wegen Einmischung in die inneren Angelegenheiten wurde der deutsche Botschafter daraufhin zur unerwünschten Person erklärt und des Landes verwiesen.

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