https://www.faz.net/-gpf-914o7

Trotz aller Warnungen : Nordkorea testet drei Kurzstreckenraketen

  • Aktualisiert am

Machthaber Kim Jong-un bei einem Raketentest. Bild: Reuters

Das kommunistische Regime hat laut der amerikanischen Armee drei Kurzstreckenraketen getestet. Entgegen erster Erkenntnisse sind den Nordkoreanern offenbar zumindest zwei Versuche gelungen.

          Nordkorea hat trotz aller Warnungen drei ballistische Raketen getestet. Zwei Raketen flogen nach Angaben des amerikanischen Pazifikkommandos vom Samstag rund 250 Kilometer weit. Sie hätten keine Gefahr für das amerikanische Festland oder die Pazifikinsel Guam bedeutet. Das amerikanische Militär korrigierte damit erste Angaben, wonach zwei Raketen während des Fluges abgestürzt seien. Die dritte war den Angaben zufolge schon kurz nach dem Start nahe Kittaeryong in der östlichen Provinz Kangwon explodiert.

          UN-Resolutionen verbieten Nordkorea Tests mit ballistischen Raketen. Pjöngjang hatte im Juli mit zwei Tests von Interkontinentalraketen (ICBM) weltweit Empörung ausgelöst. Als Reaktion auf die beiden Tests hat der Weltsicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen das diplomatisch isolierte Land verhängt. Nordkorea testete jetzt seine Raketen während laufender Militärübungen der Vereinigten Staaten mit Südkorea. Pjöngjang hatte mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht. Nordkorea wirft Amerika regelmäßig vor, durch ihre Manöver mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder bestreiten.

          Das südkoreanische Militär bestätigte, dass Nordkorea am Samstagmorgen (Ortszeit) „einige“ Raketen in Richtung offenes Meer abgefeuert habe. Einige von ihnen seien etwa 250 Kilometer geflogen und im Japanischen Meer (koreanisch: Ostmeer) niedergegangen. Südkorea und die Vereinigten Staaten werteten weitere Informationen aus, hieß es. Der Konflikt um das nordkoreanische Raketen- und Atomprogramm heizt sich seit Monaten auf. Amerikas Präsident Donald Trump drohte der kommunistischen Führung in Pjöngjang mit „Feuer und Zorn“, was angesichts der atomaren Bewaffnung beider Länder für Unruhe sorgte. Nordkorea drohte zeitweise damit, Raketen in die Gewässer um die Pazifikinsel Guam abzufeuern.

          Amerikas Außenminister Rex Tillerson hatte sich zuletzt aber erleichtert darüber gezeigt, dass Nordkorea seit der Verhängung der neuen Sanktionen in diesem Monat keine „neuen Provokationen“ unternommen habe. Pjöngjang, das Washington eine feindselige Politik unterstellt, arbeitet an der Entwicklung von Raketen, die einen Atomsprengkopf bis in die Vereinigte Staaten tragen können. Ballistische Raketen sind in der Regel militärische Boden-Boden-Raketen, sie können je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder auch atomare Sprengköpfe befördern.

          Weitere Themen

          Amerika hofft auf Atomgespräche

          Verhandlungen mit Nordkorea : Amerika hofft auf Atomgespräche

          Die Vereinigten Staaten würden nach Angaben des Außenministeriums gerne weiter mit Pjöngjang über Denuklearisierung verhandeln. Nordkorea ist angesichts von Militärübungen in Südkorea jedoch derzeit verärgert.

          „Die Kommentare sind schändlich und ekelhaft“ Video-Seite öffnen

          Repräsentantenhaus gegen Trump : „Die Kommentare sind schändlich und ekelhaft“

          Präsident Donald Trump hat auf Twitter vier Parlamentarierinnen geraten, sie sollten „dahin zurückgehen, wo sie herkamen, und helfen, diese total kaputten und kriminalitätsverseuchten Orte wieder in Ordnung zu bringen“. Das hat einen Sturm der Empörung unter den Demokraten und vielen Bürgern ausgelöst.

          Topmeldungen

          Kramp-Karrenbauer kommt : Zumutung oder Chance für die Bundeswehr?

          An die Spitze der Streitkräfte tritt eine Frau, die in den vergangenen Monaten Schneid bewiesen hat, die zu überraschenden Attacken ebenso in der Lage ist wie zum beharrlichem Verfolgen ihrer Ziele.

          Made in Space : Eine Fabrik im Weltraum

          Die Vereinigten Staaten wollen zurück zum Mond. Dabei sollen private Unternehmen helfen. Ein Partner der Raumfahrtbehörde Nasa ist auf 3D-Druck im All spezialisiert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.