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Abschied vom Marder : Tritt Kroatien wirklich dem Euro bei?

EU ja, Euro auch? – der kroatische Ministerpräsidente Andrej Plenković mit Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Juli in Zagreb Bild: EPA

Kroatien will bald der Eurozone beitreten. Eine Referendumsinitiative versucht das zu verhindern. Gefahr droht dem Land aber durch eine andere Entwicklung.

          6 Min.

          Ein einziger Buchstabe kann einen großen Unterschied machen. Als die Regierung Kroatiens 1994 die Einführung einer neuen Währung zur Ablösung des kroatischen Dinar beschloss, war es der Buchstabe „r“.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Geplant war zunächst, dass Kroatiens neue Währung, mit der sich das Land auch fiskalisch von Jugoslawien und Serbien abgrenzen wollte, „Kruna“ heißen solle – Krone. Doch dann entschied sich die damalige kroatische Führung unter Staatspräsident Franjo Tudjman gegen diesen Namen. Eine inoffizielle Begründung lautete, die Krone sei schließlich die letzte Währung der Habsburgerreiches gewesen, dem große Gebiete Kroatiens als Teil der ungarischen Hälfte der Doppelmonarchie angehört hatten. Die habsburgische Epoche aber sei für Kroatien ebenso wie die sich 1918 daran anschließenden serbisch-jugoslawischen Jahrzehnte bis 1991 eine Zeit der Fremdherrschaft gewesen, hieß es. Doch der Name, den die neue kroatische Währung stattdessen erhielt (und bis heute trägt), knüpft ebenfalls an eine vergangene Zeit an – und zwar die dunkelste in der Geschichte des Landes. Statt „Kruna“ wurde die neue Währung „Kuna“ genannt, Marder.

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