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Treffen in Brasilien : Jair Bolsonaro hofft auf Elon Musk

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro und der amerikanische Unternehmer Elon Musk Bild: AP

Der amerikanische Unternehmer Elon Musk hat in Brasilien ein Satellitenprogramm vorgestellt. Präsident Jair Bolsonaro sieht in ihm einen Freund der Meinungsfreiheit.

          2 Min.

          Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich mit dem amerikanischen Milliardär Elon Musk getroffen. Dabei nannte Bolsonaro die von Musk angestrebte Übernahme von Twitter einen „Hauch von Hoffnung“. Zudem drückte Bolsonaro seine Hoffnung aus, dass mit der Hilfe Musks die „Lügen“ über die Abholzung in Amazonien bekämpft werden könnten.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Das Treffen zwischen dem Präsidenten und dem CEO des Elektroautoherstellers Tesla und des Raketenunternehmens SpaceX fand anlässlich einer Kurzvisite von Musk am Freitag in einem Luxushotel in der Nähe von São Paulo statt. Dort traf Musk sich mit verschiedenen Unternehmern aus dem Kommunikations- und Finanzsektor sowie einigen Regierungsvertretern, um ein Satellitenprogramm vorzustellen, mit dem Tausende Schulen in Amazonien und in abgelegenen Gebieten an das Internet angeschlossen werden sollen und das auch eine Überwachung des Amazonasraumes ermöglichen würde.

          Raketenstart in Brasilien?

          Brasilien bauche Musk, sagte Bolsonaro während einer anschließenden Pressekonferenz, um allen zu zeigen, wie man Amazonien geschützt habe und wie viel Schaden jene anrichten würden, die Lügen über die Region verbreiteten. Bolsonaro kritisiert schon seit Längerem die vom Nationalen Raumforschungsinstitut veröffentlichten Daten über die Entwaldung des Amazonas-Regenwaldes, die in diesem Monat abermals sehr hohe Werte anzeigten. Die Daten werden seit Jahren mit einem bereits existierenden Satellitensystem erfasst, das sehr präzise Bilder liefert.

          Bolsonaro stellte in Aussicht, Musk auch die brasilianische Weltraumbasis Alcântara im Nordosten Brasiliens für Raketenstarts zur Verfügung zu stellen. Die angestrebte Kooperation mit Musk hat die Opposition auf den Plan gerufen, die bemängelt, dass das Programm ohne nähere Details, Laufzeiten und Kosten angekündigt worden sei und zudem Fragen bezüglich des Schutzes der Souveränität aufwerfe. Das Programm soll nun in verschiedenen Kommissionen diskutiert werden.

          Bolsonaro soll sich laut Teilnehmern des Events nicht sehr intensiv mit Musk ausgetauscht haben, obwohl die beiden beim anschließenden Mittagessen nebeneinander saßen. Die Sprachbarriere soll den Austausch gehemmt haben. Dennoch nutzte Bolsonaro das Treffen, um Musk als seinen Verbündeten darzustellen. Es sei der Beginn einer Beziehung, die sicher bald in einer Ehe enden werde, sagte er. Bolsonaros Anhänger feierten den Besuch Musks und das Treffen mit Bolsonaro. Seit Musks Ankündigung, Twitter kaufen zu wollen, ist der Milliardär zur Kultfigur für die „Bolsonaristen“ geworden. Sie sehen in den von sozialen Medien eingeführten Regeln zur Eindämmung von Falschnachrichten und Hassrede einen Eingriff in die Meinungsäußerungsfreiheit und glauben, Musk werde Twitter zu einer Plattform mit „totaler Freiheit ohne Grenzen“ machen, wie Bolsonaro es sagte.

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