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Treffen am Mittelmeer : May zu Gast in Macrons Trutzburg

Die britische Premierministerin May hat für ihr Treffen mit Emmanuel Macron ihren Sommerurlaub in Italien unterbrochen. Bild: AP

Theresa May und Emmanuel Macron treffen sich zu Gesprächen. Gut abgeschirmt, in der Festung Brégançon. Brexit-Verhandlungen seien nicht geplant, hieß es zuvor aus dem Elysée-Palast – zumindest keine offiziellen.

          Die Festung Brégançon, das gut abgeschirmte Sommerrefugium der französischen Präsidenten an der Côte d’Azur, will Emmanuel Macron künftig verstärkt für diplomatische Begegnungen nutzen. Als Vorbild gilt dem Franzosen die Ferienresidenz der amerikanischen Präsidenten in Camp David. Seinen Plan setzte Macron am Freitag mit einem ersten Gast um: der britischen Premierministerin Theresa May.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Der Elysée-Palast hatte dem Besuch die Klarstellung vorweggeschickt, dass keine Brexit-Verhandlungen mit May geplant seien und Macron das Mandat des Chefunterhändlers der Europäischen Union, Michel Barnier, respektiere. Die Brexit-Verhandlungen sollen am 13. August fortgesetzt werden. Mit dem Treffen in der Trutzburg über dem Mittelmeer verfolgte der junge Präsident vielmehr das Ziel, sich größere Klarheit über Mays Verhandlungsstrategie zu verschaffen. An das Gespräch zwischen Macron und May sollte sich ein Abendessen mit den Ehepartnern anschließen.

          Keine Parallelverhandlungen

          Zuvor waren der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian in Paris zu Gesprächen mit dem britischen Außenminister Jeremy Hunt und die französische Europaministerin Nathalie Loiseau mit Brexit-Minister Dominic Raab zusammengetroffen. Die britische „Charmeoffensive“ wird von der französischen Seite als Versuch gewertet, die Autorität Barniers zu unterlaufen. Auch deshalb hob der Elysée-Palast hervor, dass es keine Parallelverhandlungen geben werde. Frankreich lehnt den von May im Weißbuch unterbreiteten Vorschlag ab, dass Großbritannien nach dem Brexit in der EU-Freihandelszone für Waren verbleibt.

          May hatte für die Begegnung eigens ihren Sommerurlaub in Italien unterbrochen. Für Macron bildete das Treffen den Auftakt seines Urlaubs. Er hat die mittelalterliche Festung für 150.000 Euro renovieren lassen. 34.000 Euro kostete nach Angaben des Elysée-Palasts die Einrichtung eines zehn Meter langen Schwimmbeckens. Kritik an den sommerlichen Investitionen des Präsidenten wies der Elysée-Palast zurück. Die Überwachung des kleinen Privatstrands unterhalb der Festungsanlage wäre mit einem Budget von 600.00 Euro für die Sicherheitsbeamten wesentlich teurer gewesen, hieß es.

          Macrons Vorgänger François Hollande hatte die präsidiale Festung für Besuchergruppen geöffnet. Das staatliche Centre des monuments nationaux, das auch Sehenswürdigkeiten wie den Mont Saint-Michel oder den Arc de Triomphe verwaltet, organisierte Besichtigungen der Sommergemächer der Präsidenten. Aber Macron beansprucht die schon von Napoléon Bonaparte bewohnte Festung jetzt für sich allein.

          Schon seine Vorgänger hatten Fort Brégançon für freundschaftliche Treffen mit anderen Staats- und Regierungschefs genutzt. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl konnte es als Auszeichnung empfinden, als er am 25. August 1985 vom damaligen Präsidenten François Mitterrand in die Festung eingeladen wurde. Es steht zu erwarten, dass auch Angela Merkel bald nach Brégançon kommen darf.

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