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Russland-Amerika-Kommentar : Trotz Trump

Sergej Lawrow, Außenminister von Russland, spricht während seiner jährlichen Pressekonferenz in Moskau. Bild: dpa

Das Verhalten Washingtons schafft Misstrauen. Aber dass im Weißen Haus der Unverstand regiert, macht die aggressive russische Politik nicht weniger gefährlich.

          Die Auftritte des russischen Außenministers Sergej Lawrow sind nicht mehr so unterhaltsam, wie sie einmal waren. Wahrscheinlich liegt das aber weniger an ihm als an Donald Trump. Witz und Esprit bezogen Lawrows Äußerungen früher nämlich aus seinem beträchtlichen Talent, westlichen Politikern elegant die Worte im Mund umzudrehen und mit der Geschicklichkeit eines Hütchenspielers Tatsachen und Lügen so lange hin und her zu schieben, bis beide ununterscheidbar wirkten.

          Heute muss Lawrow solche intellektuellen Anstrengungen in Bezug auf Amerika nicht mehr unternehmen: Wer wollte der Aussage widersprechen, dass die Vereinigten Staaten jenseits aller Regeln versuchen, Druck nicht nur auf missliebige Staaten, sondern auch auf ihre Verbündeten auszuüben? Und dass Washingtons Verhalten zur „Vertiefung des Defizits an gegenseitigem Vertrauen“ führt?

          Aber dass im Weißen Haus der Unverstand regiert, macht die aggressive russische Politik nicht weniger gefährlich. Trotz Trump ist deshalb das europäische Interesse immer noch, das Bündnis mit Amerika zu bewahren.

          Reinhard Veser

          Redakteur in der Politik.

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