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Corona-Tourismus auf Mallorca : Heimweh nach der Insel

Fluch oder Segen? Die Strandpromenade von Port de Sóller ist so leer wie seit Jahrzehnten nicht mehr im Sommer. Bild: AP

Mallorca ist zum touristischen Testlabor für den Umgang mit der Corona-Pandemie geworden. Vor allem die ausbleibenden Besucher aus Deutschland und Großbritannien bringen die Insel und ihre Bewohner in große Not. Ein Besuch.

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          Selbst am „Ballermann 6“ ist nichts los. Fünf Tische sind in der Strandbar an der Playa de Palma besetzt. Zu leiser Lounge-Musik serviert die Kellnerin frischgepressten Orangensaft und Mineralwasser. Nur ein Tisch ordert eine Runde Bier. Das einstige Epizentrum von „Malle“ ist nicht wiederzuerkennen. Desorientiert sucht eine Handvoll sonnenverbrannter Deutscher am Strand vor der Bar nach Gleichgesinnten. Aus ihrer kleinen Musikbox dröhnt: „Party, Palmen, Weiber und ein Bier. Ein paar geile Tage wollen wir.“ Ein paar Takte des Mallorca-Schlagers grölen sie mit, aber niemand stimmt ein. Sie verstummen bald wieder, als wäre es ihnen peinlich. Von Peter Wackel ist auch der Hit „Heimweh nach der Insel“. In den langen Wochen des Lockdowns träumten sich wie er viele Deutsche „in den nächsten Flieger ins gelobte Land“: Kaum flaute die erste Corona-Welle ab und die Maschinen flogen wieder, waren deutsche Touristen Pioniere auf Mallorca. Die Ersten kehrten schon im Juni an den Sandstrand östlich von Palma zurück.

          Hans-Christian Rößler
          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Doch der harte Kern der „Ballermänner“ ist dort ähnlich heimatlos wie ihre Idole Peter Wackel, Ikke Hüftgold, Tim Toupet und die ehemalige Pornodarstellerin Mia Julia: Die Hallen von Megapark und Bierkönig, in denen sich bei den Auftritten der Partysänger jeden Sommer täglich Tausende drängten, haben seit dem Ausbruch der Pandemie nicht wieder aufgemacht. Sie werden es wahrscheinlich in diesem Jahr auch nicht mehr tun. Dann schloss die balearische Regierung auch noch die Bars an der „Bier- und Schinkenstraße“. Ihr blieb wenig anderes übrig, nachdem die deutschen Minister vor einem „zweiten Ischgl am Ballermann“ gewarnt hatten. Eine Nacht lang waren dort einige hundert Deutsche rückfällig geworden. Ohne Mundschutz und Abstand feierten sie, als hätte es das Virus nie gegeben.

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