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Tote UN-Mitarbeiter in Afghanistan : Sicherheitsrat verurteilt Angriff „auf das Schärfste“

  • Aktualisiert am

Demonstration gegen eine Koranverbrennung Bild: REUTERS

Der Weltsicherheitsrat fordert nach dem tödlichen Angriff auf UN-Mitarbeiter in Kabul die afghanische Regierung zu einem besseren Schutz des UN-Personals im Land auf. Auch am Samstag eskalierten die Proteste gegen eine Koranverbrennung - mindestens vier Menschen starben.

          Einen Tag nach den blutigen Protesten in Afghanistan gegen eine Koranverbrennung in den Vereinigten Staaten sind in der südlichen Stadt Kandahar abermals Hunderte Demonstranten auf die Straße gegangen. Vier Demonstranten seien getötet worden. Mehr als 30 weitere Menschen seien bei den Protesten in der südafghanischen Stadt Kandahar verletzt worden, teilten Behördensprecher mit.

          Die Demonstranten hätten Autos angezündet. Auch Schüsse seien zu hören gewesen, berichteten Zeugen am Samstag. Die Proteste waren durch die Aktion des radikalen Pastors Terry Jones in Florida ausgelöst worden. Jones hatte bereits im vergangenen Jahr mit Plänen für eine Koran-Verbrennung weltweit für Aufsehen gesorgt.

          UN-Sicherheitsrat fordert besseren Schutz für Mitarbeiter

          Am Freitag hatte ein aufgebrachter Mob in Mazar-i-Scharif aus Empörung über die Verbrennung eines Korans in den Vereinigten Staaten mehrere Helfer der Vereinten Nationen getötet. Sieben ausländische UN-Mitarbeiter starben, darunter eine Norwegerin und ein Schwede, als ihr Büro angegriffen und angezündet wurde. Auch fünf Demonstranten kamen ums Leben. Der Angriff wurde weltweit mit Entsetzen aufgenommen und scharf verurteilt. Nach Angaben aus Afghanistan wurden inzwischen 27 Angreifer festgenommen.

          Das amerikanische Militär konnte einen Angriff auf ihre Basis abwehren

          Der UN-Sicherheitsrat forderte die Regierung in Kabul zu einem besseren Schutz des UN-Personals im Land auf. Der Sicherheitsrat verurteile „auf das Schärfste“ den Angriff auf das UN-Büro, hieß es am Freitagabend (Ortszeit) in New York. Die afghanische Regierung müsse dafür sorgen, dass die Verantwortlichen vor Gericht gestellt und UN-Mitarbeiter künftig besser geschützt werden.

          Der umstrittene Pastor Jones in Gainesville hatte nach Angaben der „New York Times“ bereits am 20. März einen Koran in seiner Gemeinde verbrannt. Dies war jedoch zunächst weitgehend unbemerkt geblieben. In den amerikanischen Medien war darüber kaum berichtet worden. Im vergangenen Jahr hatte der Pastor weltweit Aufsehen erregt, als er ankündigte, das heilige Buch der Muslime am Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September verbrennen zu wollen. Sogar der amerikanische Präsident Barack Obama hatte sich eingeschaltet, die Aktion wurde damals im letzten Moment gestoppt.

          Angriff auf Amerikaner in Kabul

          Drei als Frauen verkleidete Selbstmordattentäter haben am Samstag versucht, in eine amerikanische Basis in einem östlichen Randbezirk der afghanischen Hauptstadt Kabul einzudringen. Sie hätten mit Granaten und Handfeuerwaffen um sich geschossen, seien von Sicherheitskräften aber am Vordringen gehindert worden, teilte die Polizei mit. Zwei hätten ihre Sprengladungen gezündet, der dritte und der Fahrer der Gruppe seien erschossen worden. Nach Angaben eines Sprechers der internationalen Afghanistan Schutz-Truppe Isaf wurden bei dem Angriff drei Soldaten verletzt. Der Anschlagsort wurde vom amerikanischen Militär abgeriegelt. Anwohner berichteten von zwei schweren Explosionen und Schüssen.

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