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Tote in Lhasa : Aufstand der Tibeter

  • Aktualisiert am

Lhasa: Demonstranten stecken Autos in Brand Bild: AFP

Brennende Autos, Tote und Mönche im Hungerstreik: Die Protestaktionen gegen die chinesische Herrschaft in Tibet sind eskaliert. „Es herrscht Chaos“, sagte eine Augenzeugin. Drei große Klöster in der Hauptstadt wurden von Polizeitruppen abgeriegelt.

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          In der tibetischen Hauptstadt Lhasa sind bei Protesten gegen die chinesische Herrschaft am Freitag offenbar mehrere Personen zu Tode gekommen. Das Radio Freies Asien berichtete unter Berufung auf Augenzeugen, zwei Menschen seien getötet worden. Die Agentur AFP zitierte eine Krankenhaussprecherin mit den Worten: „Es gibt viele Verletzte, einige sind ganz sicher gestorben.“

          In Lhasa wurden Geschäfte in Brand gesetzt. Tibeter griffen Polizei und Feuerwehrfahrzeuge an und warfen sie um. Auch aus tibetischen Klöstern in der Provinz Qinghai wurden Proteste gemeldet. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua bestätigte Unruhen in Lhasa und vermeldete mehrere Verletzte. Es sind die schwersten Unruhen in Tibet seit dem Jahr 1989.

          Peking: Verschwörung des Dalai Lama

          „Es herrscht Chaos“, sagte eine Augenzeugin. „Die Menschen halten Stöcke und Steine in den Händen.“ Die Polizisten hätten vor der aufgebrachten Menge zurückweichen müssen. Ein Großaufgebot von Sicherheitskräften sei mobilisiert worden, darunter auch Polizisten, die spezielle Ausrüstung gegen gewalttätige Demonstranten trugen. Angeblich sollen auch Schüsse gefallen sein. Das berichtet die amerikanische Botschaft unter Berufung auf Aussagen von Amerikanern, die sich in Lhasa aufhalten.

          Auch in Indien gingen Exil-Tibeter auf die Straße - und wurden festgenommen
          Auch in Indien gingen Exil-Tibeter auf die Straße - und wurden festgenommen : Bild: AP

          Reisende berichteten, dass der Flughafen von Lhasa unter Kontrolle des Militärs gestellt worden sei. Touristen wurden angewiesen, in ihren Hotels zu bleiben. Geschäfte und Lokale seien geschlossen; überall patrouilliere Polizei. Die „Internationale Kampagne für Tibet“ berichtete, dass sich zwei Mönche des Drepung-Klosters in Lhasa bei einem Selbstmordversuch mit Messern schwer verletzt hätten. Alle Klöster in und um Lhasa seien von Polizei umstellt. Einige Mönche seien in einen Hungerstreik getreten, um gegen die Belagerung zu protestieren. Proteste wurden auch aus dem Kloster Ditsa in der chinesischen Provinz Qinghai und aus Xiahe in der Provinz Gansu gemeldet.

          Der Dalai Lama rief Peking auf, die Gewaltanwendung gegen das tibetische Volk zu beenden. „Ich appelliere auch an meine tibetischen Landsleute, nicht zur Gewalt zu greifen“, fügte er hinzu.

          Proteste auch in Nepal und Indien

          Die Proteste hatten am Montag mit einer Demonstration der Mönche aus dem Kloster Drepung bei Lhasa begonnen. Die Mönche forderten die Freilassung von Mönchen, die im Oktober verhaftet worden waren. Die Demonstration fand am Jahrestag des tibetischen Aufstandes von 1959 statt. Am Dienstag wurden bei einer weiteren Demonstration mehr als fünfzig Mönche verhaftet. Die chinesische Regierung kritisierte die Unruhen als Verschwörung des Dalai Lama, um in Tibet Unruhe zu stiften. In Brüssel sagte Außenminister Steinmeier, die EU habe „an die chinesische Führung appelliert, das Gespräch mit den Repräsentanten der Tibeter zu suchen, um zu einer Beilegung der aktuellen Streitigkeiten zu kommen“.

          Auch in Indien und Nepal gingen Exil-Tibeter auf die Straße. Im nordindischen Dharamsala, dem Sitz der tibetischen Exil-Regierung und des Dalai Lama, versammelten sich Aktivisten, um in einem Protestzug nach China zu marschieren. Am Donnerstag wurden sie von indischen Sicherheitskräften gestoppt und festgenommen. Auch in Nepal wurden etwa 100 protestierende Mönche inhaftiert.

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