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Feuer auf Demonstranten : Tote bei Protest in Burma

Bei den Protesten verletzte Rakhine werden am Mittwoch im burmesischen Sittwe in ein Krankenhaus gebracht. Bild: Reuters

Die burmesische Polizei hat sieben Angehörige der Rakhine-Ethnie erschossen. Die buddhistische Gruppe kämpft mit den muslimischen Rohingya um knappe Ressourcen.

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          Die Polizei in Burma hat bei einem Protest das Feuer auf Demonstranten eröffnet und dabei sieben Menschen getötet. Bei den Opfern soll es sich um Angehörige der buddhistischen Volksgruppe der Rakhine handeln.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Die rund 2,3 Millionen Angehörigen dieser Ethnie konkurrieren im gleichnamigen Bundestaat in Westburma mit derzeit noch einigen hunderttausend muslimischen Rohingya um knappe Ressourcen.

          An den gewalttätigen „Räumungsoperationen“ des burmesischen Militärs, die seit August zur Flucht von 655.000 Rohingya nach Bangladesch geführt hatten, waren Augenzeugen zufolge auch Zivilisten aus den Reihen der Rakhine beteiligt.

          Tausende Angehörige dieser Ethnie hatten nun am Dienstagabend in dem Ort Mrauk U einen Massenprotest abgehalten. Nachdem die Krawalle eskaliert waren, eröffnete die Polizei das Feuer auf die Demonstranten.

          Rund 4000 Rakhine versuchten, Regierungsgebäude zu stürmen

          Mrauk U war bis 1784 die Hauptstadt des Königreichs Arakan, zu dem einst nicht nur das Gebiet des Bundesstaats Rakhine, sondern auch Teile des heutigen Bangladeschs gehörten. Das Nationalgefühl der Rakhine speist sich auch aus dem Erbe dieses Landes. Die Rakhine begehen laut der Website „The Irrawaddy“ deshalb jedes Jahr das Ende des Königreichs mit Ringkämpfen und politischen Reden.

          Die Behörden hatten die Feierlichkeiten in diesem Jahr jedoch untersagt. Rund 4000 Rakhine sollen darauf versucht haben, ein Regierungsgebäude zu stürmen. Sie warfen Steine und beschädigten Polizeiautos. Nachdem die Polizei Gummigeschosse abgefeuert hatte, die Menge aber am Ort blieb, setzte sie scharfe Munition ein. Der blutige Vorfall dürfte das teilweise spannungsreiche Verhältnis zwischen den Rakhine und dem Staat weiter belasten.

          Die meisten Ressourcen und die politische Macht liegen in Burma in der Hand der größten ethnischen Gruppe, den Bamar. Der Hass, mit dem viele Rakhine den muslimischen Rohingya begegnen, resultiert auch aus einem Gefühl der Benachteiligung.

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