https://www.faz.net/-gpf-84znj

Kuweit : Tote bei Anschlag auf schiitische Moschee

  • Aktualisiert am

Sicherheitskräfte nach dem Anschlag auf eine schiitische Moschee in Kuweit-Stadt Bild: AFP

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Kuweit-Stadt sind nach Angaben von Rettungskräften mehr als 20 Menschen getötet worden. Die sunnitische IS-Miliz bekannte sich zu der Tat.

          1 Min.

          Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Kuweit sind während des traditionellen Freitagsgebets mindestens 27 Gläubige ums Leben gekommen. Weitere 227 Menschen seien verletzt worden, teilte das kuweitische Innenministerium mit.

          Der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bezichtigte sich in sozialen Medien zu dem Anschlag auf die Imam-Sadik-Moschee im Osten der Hauptstadt Kuweit-Stadt. Eine unabhängige Bestätigung gab es nicht.

          Rettungskräfte im Einsatz nach dem Anschlag auf eine schiitische Moschee während des Freitagsgebets in Kuweit-Stadt

          Der Sprecher der Terrorgruppe, Abu Mohammed al-Adnani, hatte zuvor Unterstützter und Sympathisanten aufgerufen, während des Fastenmonats Ramadan Attentate auf „Feinde“ des Islams zu verüben. Aufseiten des Islamischen Staates kämpfen Muslime sunnitischer Glaubensrichtung. Diese extremistischen Sunniten werfen Schiiten vor, sie seien vom rechten Glauben abgefallen.

          Es handelt sich um den ersten Anschlag der Terrormiliz auf eine schiitische Moschee in Kuweit. Etwa ein Drittel der 1,3 Millionen Einwohner sind Schiiten. Die kuweitische Regierung warf der Terrormiliz vor, der Anschlag habe sich gegen die Einheit des Volkes gerichtet. Das Kabinett wollte zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

          In Saudi-Arabien, einem Nachbarland von Kuweit, verübte der IS bereits in den vergangenen Wochen wiederholt Anschläge auf schiitische Moscheen.

          Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprach von einem barbarischen Terroranschlag und feigen Akt, den die zivilisierte Welt nicht hinnehmen könne. „Wir schätzen das friedliche Zusammenleben aller Kuwaitis, gleich ob Sunniten oder Schiiten oder anderer Glaubensrichtungen“, fügte er hinzu.

          Die kuweitische Zeitung „Al-Aan“ veröffentlichte Videoaufnahmen, die Gläubige unmittelbar nach dem Anschlag aufgenommen hatten. Darauf sind unter anderem Männer zu sehen, deren traditionell weiße Gewänder blutverschmiert sind. Andere Aufnahmen zeigen eine dichte Staubwolke in der Moschee sowie vereinzelte Feuer. Auf dem Boden liegen Leichensäcke.

          Weitere Themen

          Früherer Präsident Uribe unter Hausarrest

          Kolumbien : Früherer Präsident Uribe unter Hausarrest

          Kolumbiens ehemaliger Präsident Uribe steht wegen Betrugsvorwürfen und möglicher Zeugenmanipulation unter Hausarrest – eine Maßnahme, die zum ersten Mal gegen einen früheren Präsidenten verhängt wurde. Anhänger und Gegner Uribes sind in Aufruhr.

          Topmeldungen

          Nicht alle Jugendliche halten Ausschau nach einer ernsten Beziehung, auch eine Freundschaft plus ist für viele eine Alternative.

          Sex ohne Beziehung : Warum „Freundschaft plus“ oft schiefgeht

          Man mag sich, man hat Sex, man will keine Beziehung. Die Psychotherapeutin Harriet Salbach erklärt, warum „Freundschaft plus“ bei Jugendlichen so beliebt ist – und für viele dann doch nicht das Richtige.
          Eine Mitarbeiterin des Robert Koch-Instituts (RKI) beschriftet während eines Fototermins nach einer Pressekonferenz zum Start der Studie "Corona-Monitoring lokal" eine Blutprobe für einen Antikörpertest.

          Coronavirus : RKI meldet 741 Neuinfektionen

          Das Robert Koch-Institut hat innerhalb eines Tages 741 neue Coronavirus-Fälle registriert. Wer in Nordrhein-Westfalen in Bus und Bahn keine Maske trägt, soll künftig 150 Euro Sofort-Bußgeld bezahlen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.