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Tödliche Schüsse bei Protesten : Washington will Sanktionen gegen Verantwortliche in Myanmar

  • Aktualisiert am

Unter Beschuss: Demonstranten in Yangon suchen am Sonntag Schutz vor der Polizei. Bild: Reuters

Die Biden-Regierung hat die „verabscheuungswürdige Gewalt“ gegen Demonstranten in Myanmar verurteilt. Man „stehe fest an der Seite des Volkes von Myanmar“, heißt es aus dem Weißen Haus. Auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell kündigt Maßnahmen an.

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          Die amerikanische Regierung hat den tödlichen Gewalteinsatz von Sicherheitskräften gegen Demonstranten in Myanmar scharf kritisiert. Der amerikanische Außenminister Antony Blinken teilte am Sonntagabend auf Twitter mit, man verurteile die „verabscheuungswürdige Gewalt“ und stehe fest an der Seite des Volkes in Myanmar. Der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, teilte mit, die Vereinigten Staaten seien „alarmiert“ über die Gewalt gegen friedliche Demonstranten.

          Washington wolle die Verantwortlichen für die gewaltsame Niederschlagung der Demonstrationen in Myanmar zur Rechenschaft ziehen. „Wir bereiten zusätzliche Aktionen vor, um denjenigen, die für diesen jüngsten Ausbruch von Gewalt und den jüngsten Putsch verantwortlich sind, weitere Strafen aufzuerlegen, so Sullivan. Er kündigte weitere Details im Laufe der Woche an. Die Vereinigten Staaten würden sich weiterhin eng mit Verbündeten und Partnern in der indopazifischen Region und in der ganzen Welt abstimmen.

          Die Vereinten Nationen hatten am Sonntag mitgeteilt, dass bei landesweiten Protesten gegen den Militärputsch in Myanmar mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 30 weitere verletzt worden seien. Es war der tödlichste Tag, seit das Militär sich am 1. Februar an die Macht geputscht hat. Nach Angaben der UN schossen Sicherheitskräfte in den beiden größten Städten Yangon und Mandalay sowie in Dawei, Bag, Myeik und Pokokkuo mit scharfer Munition auf Menschenmassen.

          Der Außenbeauftragte der Europäischen Union, Josep Borrell, sprach von einer „brutalen Repression friedlicher Proteste“. Er rief die Militärjunta dazu auf, die Gewaltanwendung gegen Zivilisten sofort einzustellen. Die EU werde bald mit Maßnahmen auf die jüngsten Entwicklungen in Myanmar reagieren, kündigte Borrell an.

          Das Militär hatte durch den Putsch vor allem Regierungschefin Suu Kyi entmachtet. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November mit klarem Vorsprung gewonnen. Seit dem Umsturz gibt es immer wieder Massenproteste in Myanmar. Das Militär hat zuletzt mit zunehmender Härte versucht, den Widerstand zu brechen.

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