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Tod von George Floyd : Kollektives Trauern

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Aufgebahrt in einem goldenen Sarg: George Floyd. Bild: EPA

Neun Schweigeminuten und bewegende Reden: In Minneapolis haben Politiker und Angehörige um Gorge Floyd getrauert. Den Bürgerrechtler Al Sharpton stimmt es hoffnungsvoll, dass auch in Deutschland viele junge Menschen gegen Rassismus auf die Straße gehen.

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          Acht Minuten und 46 Sekunden Schweigen: Mit einer emotionalen Trauerfeier in Minneapolis ist an den bei einem Polizeieinsatz in der amerikanischen Großstadt getöteten Afroamerikaner George Floyd erinnert worden. An der Zeremonie an der christlichen Universität North Central nahmen am Donnerstag Angehörige, Freunde, Politiker und Persönlichkeiten wie die Bürgerrechts-Ikone Jesse Jackson teil. Ein goldener Sarg mit Floyds Leichnam war in dem Saal aufgebahrt.

          Die Trauerrede hielt der bekannte Pastor und Bürgerrechtler Al Sharpton. Er sagte, der Fall Floyd stehe sinnbildlich für die jahrhundertelange Unterdrückung von Schwarzen in den Vereinigten Staaten. Die Weißen hätten immer schon „ihr Knie auf unseren Nacken“ gedrückt.

          Al Sharpton zeigte sich angesichts der weltweiten Proteste zuversichtlich. Demonstrationen in Deutschland, Großbritannien und anderswo hätten ihm gezeigt, dass die Zeit für Veränderung gekommen sei, sagte der baptistische Prediger am Donnerstag in Minneapolis. Es sei bemerkenswert, dass es bei manchen Protesten unter den Teilnehmern „mehr junge Weiße als Schwarze“ gegeben habe.

          Bürgerrechtler und Pastor Al Sharpton bei einer Rede in der Universität North Central.

          Nach Sharptons Rede hielten die Teilnehmer der Zeremonie genau acht Minuten und 46 Sekunden lang schweigend inne - so lange hatte der weiße Polizist Derek Chauvin sein Knie in Floyds Nacken gedrückt.

          Floyds Bruder Philonise erklärte während der Trauerfeier, es sei bewegend, wie viele Leben George inzwischen berührt habe. „Alle wollen Gerechtigkeit für George, wir wollen Gerechtigkeit für George, er wird sie bekommen“, sagte er. „Ich habe meinen Bruder geliebt“, sagte er.

          Floyds in einem Handyvideo festgehaltener Tod hat in den Vereinigten Staaten Entsetzen und Empörung ausgelöst und zu landesweiten Protesten gegen Polizeigewalt und Rassismus geführt. Die vier an der Festnahme beteiligten Polizisten wurden entlassen und festgenommen.

          Dem Hauptbeschuldigten Derek Chauvin wird ein „Mord zweiten Grades“ zur Last gelegt, was einem Totschlag in einem besonders schweren Fall entspricht und mit bis zu 40 Jahren Gefängnis bestraft werden kann. Eine Tötungsabsicht wird Chauvin aber nicht vorgeworfen. Die drei anderen Ex-Polizisten werden der Beihilfe beschuldigt.

          Merkel spricht von Mord

          Ein bei Floyds Festnahme anwesender Freund beteuerte in einem Interview, der 46-Jährige habe keinerlei Widerstand geleistet. „Er hat von Anfang an auf demütigste Weise versucht zu zeigen, dass er in keiner Form Widerstand leistet“, sagte Maurice Lester Hall der „New York Times“. „Ich habe gehört, wie er flehte: ’Bitte, warum das alles?’“

          Er hat um Hilfe geschrien, weil er am Sterben war“, sagte Hall. „Ich werde mich immer an die Angst in Floyds Gesicht erinnern, weil er so ein König ist. Das lässt mich nicht mehr los: Einen erwachsenen Mann weinen zu sehen, und einen erwachsenen Mann dann sterben zu sehen.“

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verurteilte am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung „Was nun?“ den tödlichen Polizeieinsatz scharf und bezeichnete ihn als Mord. „Erst einmal ist dieser Mord an George Floyd etwas ganz, ganz Schreckliches.“ Rassismus sei „etwas Schreckliches. Die Gesellschaft in den Vereinigten Staaten ist sehr polarisiert.“

          Floyds Leichnam soll am kommenden Dienstag in Houston im Bundesstaat Texas beigesetzt werden, wo er aufgewachsen war. Zuvor sind in verschiedenen Städten weitere Trauerzeremonien geplant.

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