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Revanche für Tod Soleimanis : Amerikanische Website von Iranern gekapert

  • Aktualisiert am

Ein Screenshot der von iranischen Hackern verunstalteten Internetseite der Behörde für die Verbreitung von amerikanischen Regierungspublikationen Bild: AFP

Iranische Hacker haben die Internetseite der amerikanischen Behörde für die Verbreitung von amerikanischen Regierungspublikationen verunstaltet. Es habe sich nicht um einen staatlichen Angriff gehandelt, heißt es aus Washington.

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          Die offizielle Website einer amerikanischen Behörde ist am Samstag von angeblichen iranischen Hackern gekapert worden. Auf dem Internetauftritt der Behörde für die Verbreitung von amerikanischen Regierungspublikationen (FDLP) erschienen am Samstag der Schriftzug „Iranische Hacker“ sowie Bilder des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei. Auf der Website wurde zudem Rache für den bei einem amerikanischen Drohnenangriff in Bagdad getöteten iranischen General Qassem Soleimani gefordert.

          Die Hacker hatten auf der Website auch eine Animation des amerikanischen Präsidenten Donald Trump plaziert, auf den eingeschlagen wird, während iranische Raketen durch das Bild fliegen. Auch nach Soleimanis Tod würden dessen „Arbeit und sein Weg nicht enden“, stand über der Animation. „Dies ist nur ein kleiner Teil der iranischen Cyber-Fähigkeiten“, hieß es an einer weiteren Stelle auf der Website.

          Die für Cybersicherheit zuständige Abteilung des amerikanischen Heimatschutzministeriums bestätigte nach Angaben der Sender CBS und CNN, dass die Seite des Federal Depository Library Program verunstaltet worden sei. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass es sich um eine von staatlichen iranischen Stellen gelenkte Aktion gehandelt habe, sagte eine Sprecherin. Die Seite sei vom Netz genommen worden und derzeit nicht erreichbar.

          Der Schaden sei sehr gering gewesen, hieß es weiter. Die Hacker seien offensichtlich nicht über die Homepage hinaus gekommen. Es habe sich mehr um eine symbolische Aktion gehandelt, hinter der Sympathisanten der iranischen Regierung stecken könnten. Als Urheber firmierte demnach eine bislang nicht bekannte „Iran Cyber Security Group Hackers“.

          Der Anführer der Al-Quds-Brigaden, Soleimani, war am frühen Freitagmorgen durch einen von Trump angeordneten amerikanischen Drohnenangriff in der Nähe des Bagdader Flughafens getötet worden. Trump nannte den iranischen General den weltweiten „Terroristen Nummer 1“. Soleimani habe einen unmittelbar bevorstehenden Angriff auf Amerikaner im Irak geplant.

          Die iranische Führung kündigte „schwere Vergeltung“ für den Tod Soleimanis an. Trump warnte Teheran am Samstag vor Angriffen auf Amerikaner oder amerikanische Einrichtungen. Sollte es dazu kommen, werde sein Land 52 iranische Ziele angreifen, schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst Twitter.

          Auch das österreichische Außenministerium ist nach eigenen Angaben zum Ziel eines Angriffs über das Internet geworden. Es handle sich um einen „schwerwiegenden Cyberangriff“ auf seine IT-Systeme hieß es aus dem Ministerium. „Aufgrund der Schwere und der Art des Angriffes kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um einen gezielten Angriff eines staatlichen Akteurs handelt“, teilte die Behörde in einer gemeinsamen Stellungnahme mit dem Innenministerium in der Nacht zum Sonntag mit. „In der Vergangenheit wurden bereits einige europäische Länder zum Ziel ähnlicher Attacken.“

          Weiter hieß es: „Das Problem wurde sehr rasch erkannt und es wurden umgehend Gegenmaßnahmen eingeleitet.“ Ein Koordinationsausschuss mit allen relevanten Stellen des Bundes sei eingerichtet worden. Details zu Art und Ablauf des Cyberangriffs oder konkreten Folgen der Attacke wurden zunächst nicht publik gemacht. Einige Dienstleistungen wie Reisehinweise waren auf der Website des Ministeriums wegen der Attacke nur eingeschränkt verfügbar.

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