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Tod eines Asylbewerbers : Polizist im Jalloh-Prozess zu Geldstrafe verurteilt

  • Aktualisiert am

Der Eingang zur Arrestzelle 5 im Polizeirevier Dessau-Rosslau, in der Oury Jalloh verbrannte Bild: dapd

Im Prozess um den Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh ist der angeklagte Polizist zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro verurteilt worden. Das Gericht sprach ihn der fahrlässigen Tötung schuldig.

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          Im Prozess um den Feuertod des Asylbewerbers Oury Jalloh ist der angeklagte Polizist zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro verurteilt worden. Das Landgericht Magdeburg sprach den Angeklagten am Donnerstag der fahrlässigen Tötung schuldig. Es setzte 120 Tagessätze zu je 90 Euro fest. Der Angeklagte habe sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, urteilte das Gericht. Fast zwei Jahre lang war die Kammer zuvor der Frage nachgegangen, welche Schuld der ehemalige Dessauer Dienstgruppenleiter am Tod des Afrikaners trägt.

          In einem ersten Verfahren am Landgericht Dessau war der Polizist im Dezember 2008 freigesprochen worden. Damals konnte ihm keine Schuld am Tod Jallohs nachgewiesen werden. Der Bundesgerichtshof ließ das Verfahren neu aufrollen. Er sah Lücken in der Urteilsbegründung.

          Der aus dem westafrikanischen Sierra Leone stammende Asylbewerber Jalloh war am 7. Januar 2005 bei einem Brand in einer Dessauer Polizeizelle gestorben. Er soll dort eigenhändig mit einem Feuerzeug eine Matratze entzündet haben, obwohl er gefesselt war. Jalloh starb binnen zwei Minuten durch die heißen Rauchgase an einem sogenannten Inhalationshitzeschock. Die Staatsanwaltschaft hatte dem angeklagten Polizisten in dem fast zwei Jahren dauerndem Prozess vorgeworfen, mitschuldig am Tod Jallohs zu sein, weil er zu spät auf den Feueralarm reagiert habe.

          Der Polizist hatte zugegeben, den Rauchalarm mindestens einmal abgestellt zu haben. Im Plädoyer war die Staatsanwaltschaft von ihrem ursprünglichen Vorwurf abgerückt. Sie forderte stattdessen eine Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen. Die Verteidigung hatte einen Freispruch beantragt. Die Nebenklage, die die Familie vertritt, geht nach wie vor von Mord aus.

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