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Konflikt mit TPLF : Äthiopien kündigt sofortige Waffenruhe in Provinz Tigray an

  • Aktualisiert am

Äthiopische Regierungstruppen nahe der Stadt Agula Bild: AP

Die Zentralregierung in Addis Abeba will mit der Feuerpause Hilfsorganisationen den Zugang in das umkämpfte Gebiet ermöglichen. Hunderttausende Menschen in Tigray sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

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          Nach monatelanger Gewalt hat die äthiopische Regierung eine Waffenruhe in der umkämpften nördlichen Region Tigray angekündigt. Die Feuerpause solle ab sofort gelten, hieß es in einer Mitteilung am Montagabend. Zuvor hatte sich bereits die Übergangsregierung in Mekelle, der Hauptstadt Tigrays, für eine Waffenruhe ausgesprochen.

          Die Ankündigung kam für viele Beobachter überraschend. Nach nicht offiziell bestätigten Berichten auf Twitter sollen Repräsentanten der äthiopischen Zentralregierung überstürzt die Stadt verlassen haben. Berichten zufolge haben Rebellen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) bereits Positionen in der Stadt eingenommen. Einwohner von Mekelle sollen den Wiedereinzug der Volksbefreiungsfront von Tigray mit Tänzen und Feuerwerk auf den Straßen gefeiert haben. Eine unabhängige Überprüfung der Berichte war nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa nicht möglich.

          Die äthiopische Regierung gab an, die Feuerpause solle es Bauern in Tigray ermöglichen, ihre Felder zu bestellen und humanitären Organisationen erlauben, ungehindert in Tigray zu arbeiten. Die Waffenruhe soll zunächst bis zum Ende der Erntesaison gelten.

          Die Regierung in Addis Abeba hatte im November eine Militäroffensive gegen die TPLF begonnen, die bis dahin in der gleichnamigen Region im Norden Äthiopiens an der Macht war. Hintergrund waren jahrelange Spannungen zwischen der TPLF und der Zentralregierung.

          Inzwischen sind weitere Akteure beteiligt, darunter eritreische Truppen und Milizen. Hunderttausende Menschen in Tigray sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, allerdings hatten Hilfsorganisationen wegen der Sicherheitslage und bürokratischer Hürden lange keinen vollen Zugang zu allen Notleidenden.

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