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Tibet-Frage : Peking warnt Obama vor Treffen mit Dalai Lama

  • Aktualisiert am

Das Treffen mit Obama könnte schon bald während einer geplanten Amerika-Reise des Dalai Lamas stattfinden Bild: picture alliance / dpa

Die chinesische Regierung hat den amerikanischen Präsidenten Obama vor einem Treffen mit dem Dalai Lama gewarnt. Eine Begegnung mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter würde die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ernstlich untergraben, heißt es in Peking.

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          Die chinesische Regierung hat den amerikanischen Präsidenten Obama vor einem Treffen mit dem Dalai Lama gewarnt. Eine Begegnung mit dem religiösen Oberhaupt der Tibeter würde die Beziehungen zwischen den beiden Ländern ernstlich untergraben, sagte ein hoher Vertreter der Kommunistischen Partei am Dienstag in Peking.

          Berichten nach könnte das Treffen schon bald während einer geplanten Amerika-Reise des Dalai Lamas stattfinden. Die Kontroverse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Verhältnis zwischen China und Amerika schon wegen der geplanten Waffenverkäufe an Taiwan und anderer Unstimmigkeiten zwischen den beiden Regierungen belastet ist. China hatte am Wochenende heftig gegen die geplante Lieferung amerikanischer Waffen an Taiwan protestiert, einen Militärdialog abgesagt und Sanktionen gegen die beteiligten Unternehmen angedroht.

          Die chinesische Regierung hat in der Vergangenheit immer wieder ausländische Politiker davor gewarnt, sich mit dem Dalai Lama zu treffen. Peking sieht ihn als einen Separatisten an, der hinter den Unruhen in Tibet vor zwei Jahren steckt und die Unabhängigkeit Tibets anstrebt.

          Auf Distanz: Obama und sein chinesischer Amtskollge Hu Jintao im November in Peking

          Der Empfang des Tibeters durch Bundeskanzlerin Merkel hatte 2007 eine lange Eiszeit zwischen Peking und Berlin nach sich gezogen. China plane „entsprechende Maßnahmen“ gegen die Vereinigten Staaten, sollte es zu der Begegnung kommen, warnte nun auch der Vizeminister Zhu Weiqun, ohne jedoch nähere Angaben zu machen.

          Der Funktionär gehört zur Einheitsfrontabteilung im Zentralkomitee der Kommunistischen Partei, die unter anderem für Fragen der Nationalen Minderheiten und der Auslandschinesen zuständig ist. Sie hatte auch die Gespräche mit den Abgesandten des Dalai Lama geführt, die am Wochenende ohne erkennbare Ergebnisse in Peking zu Ende gegangen waren.

          Zum Verlauf dieser nunmehr neunten Dialogrunde sagte Zhu Weiqun, die Ansichten der chinesischen Seite und die der Exil-Tibeter unterschieden sich nach wie vor scharf voneinander. Die Abgesandten des Dalai Lama, Kelsang Gyaltsen und Lodi Gyari, teilten am Dienstag am indischen Exil-Ort Dharamsala mit, sie hätten sich bei ihrem knapp einwöchigen Besuch in China weiter für eine „echte“ Autonomie für Tibet und die tibetischen Siedlungsgebiete in den angrenzenden Provinzen eingesetzt. Außerdem hätten sie die chinesische Seite aufgefordert, den Dalai Lama nicht mehr als Separatisten zu verunglimpfen, hieß es in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme.

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