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Greta Thunberg in Paris : Macrons Worte sind ihr zu wenig

Greta Thunberg fordert mehr als nur schöne Worte von Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. Bild: EPA

Für ihre kurze Rede erhält die Klimaaktivistin in der französischen Nationalversammlung viel Applaus, besonders aus Macrons Partei – obwohl Thunberg den Präsidenten zuvor kritisiert hat.

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          Die „Prophetin in kurzen Hosen“, wie sie Julien Aubert, ein Kandidat für den Parteivorsitz der Republikaner (LR), nannte, ist in der Nationalversammlung im eleganten schwarzen Sommerkleid mit Rückendekolleté erschienen. Auch sonst tat Greta Thunberg nichts von dem, was ihre Kritiker aus dem rechten Parteispektrum von ihr erwartet hatten. Abgeordnete der Republikaner hielten ihr vor ihrem Auftritt vor, wie eine Predigerin die Parlamentarier bekehren zu wollen. „Sie hat uns nicht die Messe gelesen“, sagte der LR-Abgeordnete Fabrice Brun nach ihrer Rede.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Der Politiker war einer der wenigen Republikaner, die sich über den parteiinternen Boykottaufruf hinwegsetzten. „Sie klang auch nicht wie die Nobelpreisträgerin für Angstmache“, sagte Brun. Er habe eine junge Frau gehört, die an die Wissenschaft glaube und wolle, dass die Politik den Erkenntnissen der Klimaforscher Rechnung trage. „Ich danke Ihnen ausdrücklich dafür“, sagte er an die Schwedin gerichtet.

          Die 16 Jahre alte Klimaaktivistin richtete in ihrer Ansprache im großen Ausschusssitzungssaal der Nationalversammlung einen Appell an die Parlamentarier, die Ziele des in Paris vereinbarten Klimaabkommens einzuhalten. „Man sagt, dass wir übertreiben, wir Kinder. Es werden Lügen über uns verbreitet“, sagte sie. „Einige haben sogar entschieden, uns zu boykottieren. Aber das ist nicht schlimm“, sagte sie. „Schließlich sind wir ja tatsächlich noch Kinder. Aber Sie sollten auf die Wissenschaftler hören. Das ist alles, was wir verlangen.“

          „Handeln Sie lieber“

          Für ihre kurze, auf Englisch gehaltene Rede, erhielt sie viel Applaus, besonders aus Emmanuel Macrons Partei La République en marche. Dabei hatte Thunberg höflich, aber bestimmt die „Make our planet great again“-Rhetorik des französischen Präsidenten kritisiert. „Politiker tun so, als ob sie handeln, aber nichts wird getan außer schönen Presse- und Kommunikationskampagnen“, sagte sie.

          Den Anbiederungsversuch der Staatssekretärin für nachhaltige Entwicklung, Brune Poirson, wies sie zurück. „Sie befördern uns ins 21. Jahrhundert, während in unseren Beamtenapparaten uns viele im 20. Jahrhundert festhalten wollen“, hatte Poirson gesagt. „Danken Sie mir nicht, handeln Sie lieber“, erwiderte Thunberg.

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