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Britische Premierministerin : „Salisbury steht für ein Muster russischer Aggression“

  • Aktualisiert am

Theresa May beschuldigt weiter Russland im Fall Salisbury. Bild: Reuters

Theresa May legt im Streit mit Russland um den Giftanschlag nach. Sie spricht von einer „schamlosen und rücksichtslosen Attacke“. Für ihre Partner in der EU findet sie dankende Worte.

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          Die britische Premierministerin Theresa May hat den Giftanschlag in Salisbury als Teil einer russischen Bedrohung für ganz Europa bezeichnet. „Russland hat eine schamlose und rücksichtslose Attacke gegen Großbritannien verübt“, sagte May am Donnerstag vor Beginn des EU-Gipfels in Brüssel. Die 28 EU-Staats- und Regierungschefs wollen das Thema beim Abendessen des zweitägigen Gipfels besprechen. „Es ist klar, dass die russische Bedrohung Ordnung nicht anerkennt und dass der Zwischenfall in Salisbury Teil eines Musters russischer Aggression gegen Europa und seine Nachbarn ist.“

          Der estnische Ministerpräsident Jüri Ratas äußerte sich vor dem anstehenden Gipfel ebenfalls. „Wir werden nach der Attacke in Salisbury unsere größtmögliche Solidarität mit dem Vereinigten Königreich erklären“, sagte er. „Einigkeit ist das stärkste politische Zeichen.“

          Auch die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite äußerte Kritik an Russland. Sie habe sich entschieden, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht zu dessen Wiederwahl zu gratulieren. „Für mich war klar, dass dies unter diesen Umständen nicht geht“, sagte Grybauskaite auf die Frage, was sie von dem Glückwunsch etwa des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker an Putin halte. Bei der Frage nach Sanktionen gegen Russland äußerte sie sich aber zurückhaltend. Dies müsse jede Regierung selbst entscheiden, sagte sie zur britischen Ausweisung von 23 russischen Diplomaten.

          Bereits in der vergangenen Woche hatte es eine gemeinsame Erklärung der Vereinigten Staaten, Frankreichs, Deutschland und Großbritannien gegeben, in der Russland als mutmaßlicher Drahtzieher zur Aufklärung des Giftanschlags aufgefordert worden war.

          Anfang März waren der ehemalige Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter im englischen Salisbury Opfer eines Anschlags mit einem militärischen Nervengift geworden. Die 28 EU-Länder wollen dies bei ihrem Gipfel in Brüssel am Donnerstag scharf verurteilen und erklären, sie nähmen die britischen Hinweise auf Russland als Urheber sehr ernst. May dankte den europäischen Partnern. „Ich bin dankbar für die Solidarität und die Unterstützung, die sie Großbritannien entgegengebracht haben“, sagte die Regierungschefin.

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