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Vor der Wahl in Thailand : Schwester des Königs will Premierministerin werden

  • Aktualisiert am

Prinzessin Ubolratana im März 2010 in Hongkong Bild: AFP

Prinzessin Ubolratana ist Sängerin, Schauspielerin und Modeanhängerin. Ihre Kandidatur für den Posten des Regierungschefs könnte einige Konflikte im Land heilen. Doch noch hat der Junta-Chef ein Wort mitzureden.

          Paukenschlag vor der Parlamentswahl in Thailand: Prinzessin Ubolratana, die Schwester von König Maha Vajiralongkorn, will Ministerpräsidentin werden – und fordert damit Junta-Chef Prayut Chan-O-Cha heraus. Die 67 Jahre alte Prinzessin  wird bei der Wahl am 24. März für die Partei Thai Raksa Chart antreten, wie der Parteivorsitzende Preechapol Pongpanich am Freitag sagte. Junta-Chef Prayut gab ebenfalls seine Kandidatur bekannt.

          Prinzessin Ubolratana sei die „beste Wahl“ für das Amt der Ministerpräsidentin, sagte Parteichef Preechapol Pongpanich. Sie sei „gebildet und geschickt“.

          Die ältere Schwester des heutigen Königs hatte vor Jahrzehnten einen Amerikaner geheiratet und auf ihre königlichen Titel verzichtet. Nach ihrer Scheidung kehrte sie in ihre Heimat zurück. Die schillernde Prinzessin ist in Filmen aufgetreten, singt, ist in den sozialen Netzwerken aktiv und Modeliebhaberin. Thailand hatte seit der Einführung der konstitutionellen Monarchie im Jahr 1932 keinen Premierminister, der dem Königshaus entstammt.

          Die Partei Thai Raksa Chart steht der einflussreichen Politikerfamilie des früheren Regierungschefs Thaksin Shinawatra nahe. Dessen Schwester Yingluck Shinawatra war ebenfalls Ministerpräsidentin, bevor sie im Mai 2014 vom Militär gestürzt wurde.

          Die thailändische Armee hatte damals nach monatelangen politischen Unruhen zwischen den Yingluck Shinawatra unterstützenden Rothemden und den royalistischen Gelbhemden mit fast 30 Toten das Kriegsrecht verhängt, die Regierungschefin abgesetzt und die Macht im Land übernommen. Thailand wird seitdem von einer Militärregierung unter General Prayut regiert.

          Dieser will bei der Parlamentswahl im März für die Partei Phalang Pracharat antreten, die der Armee nahesteht. Er nehme die „Einladung“ der Partei für die Spitzenkandidatur an, sagte der General am Freitag.

          Prayut hatte schon unmittelbar nach dem Putsch eine Übergabe der Macht an eine Zivilregierung binnen 18 Monaten versprochen. Angekündigte Neuwahlen wurden jedoch seither mehrmals verschoben. Im August 2016 setzte die Junta zudem in einem umstrittenen Volksentscheid eine neue Verfassung durch, die den Streitkräften politische Macht sichert.

          Das Militär hat sich in Thailand stets als Verteidiger der Monarchie dargestellt. Dass Prinzessin Ubolratana jetzt aber gegen den Junta-Chef antreten will, macht Risse deutlich – zumal die Shinawatra-Familie gewissermaßen als Erzfeind der Streitkräfte gilt. Die Zusammenarbeit könnte den alten Konflikt zwischen Gelbhemden und Rothemden überbrücken helfen.

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