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Thailand : Regierung zahlt doch für gepfändete Kronprinzen-Boeing

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Auf dem Flughafen München konfisziert: Die Boeing 737 des thailändischen Kronprinzen Bild: dpa

Thailands Regierung will die vom Gericht verlangten 20 Millionen Euro Sicherheitsleistung hinterlegen, um sein in München gepfändetes Flugzeug auszulösen. Damit braucht Kronprinz Vajiralongkorn nun doch nicht in die eigene Tasche zu greifen.

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          Thailands Kronprinz braucht doch nicht in die eigene Tasche zu greifen, um sein in München gepfändetes Flugzeug auszulösen. Stattdessen werde die Regierung in Bangkok die vom Gericht verlangten 20 Millionen Euro Sicherheitsleistung hinterlegen, sagte der scheidende Außenminister Kasit Piromya am Dienstag. Nach drei Wochen des Tauziehens um die Boeing hatte Kronprinz Maha Vajiralongkorn am Montag gesagt, er werde die Maschine selbst auslösen.

          Das Flugzeug war auf Antrag des Insolvenzverwalters der Walter Bau AG versiegelt worden. Die Firma versucht seit Jahren vergeblich, eine Millionenforderung gegen den thailändischen Staat einzutreiben. Das geht auf ein wenig erfolgreiches Bauprojekt in den 80er Jahren zurück, an dem Walter Bau beteiligt war. Der Insolvenzverwalter hält die Boeing 737 für Staatseigentum und ließ sie deshalb bei einem Besuch des Kronprinzen in München am 12. Juli pfänden.

          Kompensationssumme beläuft sich nzwischen auf 36 Millionen Euro

          Die Regierung werde die Verantwortung für die Sicherheitsleistung übernehmen, um deutlich zu machen, dass der Kronprinz mit der Sache nichts zu tun habe, sagte Kasit. Die Regierung hatte die Zahlung der Sicherheitsleistung zunächst mit dem Argument verweigert, die Maschine gehöre dem Kronprinzen persönlich. Von dieser Haltung werde die Regierung in weiteren gerichtlichen Auseinandersetzungen in Deutschland auch nicht abrücken.

          Im Fall Walter Bau AG hat die Regierung trotz Richterspruchs eines internationalen Schiedsgerichts zugunsten der deutschen Firma bislang jede Zahlung verweigert. Die zugesprochene Kompensationssumme beläuft sich mit Zinsen und Gebühren inzwischen auf 36 Millionen Euro.

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