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Nach Bombenanschlag in Bangkok : Auswärtiges Amt verschärft Reisehinweise für Thailand

  • Aktualisiert am

Die Anschlagstelle in Bangkok, in unmittelbarer Nähe des Erawan-Schreins. Bild: AFP

Bei einem Bombenanschlag in der thailändischen Hauptstadt Bangkok sind mindestens 19 Menschen getötet und 80 verletzt worden. Die Armee geht davon aus, dass die Täter es gezielt auf Ausländer abgesehen hatten.

          In der thailändischen Hauptstadt Bangkok hat sich ein schwerer Bombenanschlag ereignet. Nach Polizeiangaben kamen bei einer Explosion im Zentrum mindestens 19 Menschen ums Leben, 80 seien verletzt worden. Unter den Opfern sei „eine erhebliche Zahl von Ausländern“, sagte ein Polizeisprecher. Die Explosion ereignete sich in der Nähe des Erawan-Schreins, einer bekannten Sehenswürdigkeit der Stadt.

          Die thailändische Polizei ging von einem Anschlag aus. Sie habe in der Umgebung einen weiteren Sprengsatz gefunden und entschärft, sagte der Polizeisprecher. Die umliegenden Einkaufszentren wurden geräumt, Hunderte Polizisten durchsuchten die Umgebung nach weiteren Bomben. Es gab aber zunächst kein Bekennerschreiben.

          Ermittler untersuchen den Erawan-Schrein nach Hinweisen zu der Bombe. Bilderstrecke

          Im Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die deutsche Botschaft in Bangkok bemühe sich um Aufklärung, ob Deutsche unter den Opfern seien. Bis auf Weiteres werden Thailand-Reisende zur Vorsicht angehalten. Weitere Anschläge in anderen Feriengebieten könnten nicht ausgeschlossen werden.

          Am Anschlagsort herrsche Chaos, berichtete die BBC. Die Explosion habe sich gegen 19 Uhr Ortszeit ereignet. Der Erawan-Schrein ist dem hinduistischen Gott Brahma gewidmet. Er wird jedes Jahr von Tausenden Gläubigen, aber auch von vielen Touristen besucht. In seiner Nähe befinden sich ein Fünf-Sterne-Hotel, ein Einkaufszentrum und Büros.

          „Die Täter wollten unsere Wirtschaft und den Tourismus zerstören, deshalb ereignete sich der Vorfall im Herzen des Touristenviertels“, sagte Verteidigungsminister Prawit Wongsuwan der Nachrichtenagentur Reuters.

          Über den Hintergrund konnte die Polizei zunächst keine Angaben machen. Im Februar waren vor einem Einkaufszentrum in Bangkok zwei Sprengsätze explodiert und hatten zwei Menschen verletzt. Auf der Touristeninsel Koh Samui explodierte im April eine Autobombe. Niemand hat sich je zu den Anschlägen bekannt.

          Auf einer Überwachungskamera war am Montag an einer belebten Kreuzung ein riesiger Feuerstoß zu sehen, dann rannten Passanten in verschiedene Richtungen davon. „Ich habe im Hyatt-Erawan-Hotel zu Abend gegessen, als eine riesige Explosion das Gebäude erschüttert hat“, sagte der Augenzeuge Eric Seldin, der in Bangkok arbeitet. „Als wir 15 Minuten später nach draußen durften, habe ich mehrere mit Tüchern bedeckte Körper gesehen.“ 

          Die umliegenden Einkaufszentren wurden geräumt. Fachleute der Polizei suchten nach weiteren Sprengsätzen. Es habe sich um eine Bombe mit dem Sprengstoff TNT gehandelt, sagte der thailändische Verteidigungsminister Prawit Wongsuwong: „Die Täter wollten unsere Wirtschaft und den Tourismus zerstören, deshalb ereignete sich der Vorfall im Herzen des Touristenviertels.“

          Im Mai 2014 hatte das thailändische Militär nach jahrelangen politischen Spannungen zwischen verfeindeten Lagern geputscht. Seitdem regiert Putschführer Prayuth Chan-ocha. Das Militär ging davon aus, dass die Bomben im Februar und April die vom Militär eingesetzte Regierung destabilisieren sollten.

          Die beiden politischen Lager kämpfen um die Regierungsmacht. Sie haben Massendemonstrationen und Straßenblockaden in Bangkok organisiert und sich teils blutige Straßenschlachten geliefert. Dutzende Menschen sind dabei seit 2010 ums Leben gekommen.

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