https://www.faz.net/-gpf-9j0k4

Zum ersten Mal seit 2011 : Thailand darf wieder wählen

  • Aktualisiert am

Eine Demonstration Anfang des Jahres: Thais fordern Wahlen. Bild: EPA

Nach dem Militärputsch von 2014 sollen die Thais am 24. März zum ersten Mal wieder ein neues Parlament wählen – nach fast acht Jahren. Doch der amtierende Premierminister hat bereits eines klargemacht.

          Auf diesen Termin mussten die Thais lange warten: In Thailand soll es nach fast acht Jahren erstmals wieder Wahlen geben. Die zuständige Wahlkommission legte am Mittwoch in Bangkok den 24. März als Termin für die Parlamentswahl fest. Das südostasiatische Königreich wird seit einem Putsch im Mai 2014 von einer Militärregierung regiert.

          Die Generäle hatten mehrmals baldige Wahlen versprochen, diese dann aber immer wieder hinausgeschoben. Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Mal tatsächlich gewählt wird, ist jedoch verhältnismäßig hoch. Bleibt es bei dem Termin, bedeutet dies für den 70-Millionen-Einwohner-Staat einen wichtigen Schritt in Richtung wieder halbwegs demokratischer Verhältnisse.

          Erste Wahl ohne Bhumibol an der Spitze

          Der amtierende Premierminister, der 64 Jahre alte General Prayut Chan-o-cha, hat jedoch bereits deutlich gemacht, dass er im Amt bleiben will – dann als Zivilist, mit einer Partei hinter sich. In den fünf Jahren seit dem Putsch hatten die Militärs ihre Macht mit einer neuen Verfassung und neuen Gesetzen ausgebaut.

          Für Thailand wäre dies auch die erste Wahl seit fast einem Dreivierteljahrhundert, ohne dass Langzeit-König Bhumibol an der Spitze des Landes steht. Der beliebte Monarch, der auch immer wieder in die Politik eingegriffen hatte, war im Oktober 2016 im Alter von 88 Jahren gestorben.

          Inzwischen ist sein einziger Sohn Maha Vajiralongkorn neuer König. Die offizielle Krönung des 66 Jahre alten Thais, der weiterhin viel Zeit in Bayern verbringt, steht noch aus. Sie soll Anfang Mai stattfinden – wenige Wochen nach der Parlamentswahl.

          Thailand hat eine lange Geschichte von Wahlen und Putschen. Zuletzt wurde im Juli 2011 gewählt. Die demokratisch ins Amt gekommene Premierministerin Yingluck Shinawatra – Schwester eines früheren Premiers – wurde drei Jahre später vom Militär gestürzt und musste sich einem Korruptionsprozess stellen. Kurz vor Verkündung des Urteils setzte sie sich ins Ausland ab. Ihre Anhänger hoffen nun mit einem anderen Kandidaten auf die Rückkehr an die Macht.

          Weitere Themen

          Trump: „Wofür haben Sie den Preis bekommen?“ Video-Seite öffnen

          Friedensnobelpreisträgerin : Trump: „Wofür haben Sie den Preis bekommen?“

          Auf diesen Termin im Weißen Haus hat sich der amerikanische Präsidenten Donald Trump offenbar nicht besonders gut vorbereitet. Als die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad dem Präsidenten berichtet, dass ihre Mutter und ihre sechs Brüder umgebracht wurden, fragt Trump erstaunt: Wo sind sie jetzt?

          Vermisst irgendjemand eine Drohne?

          Persischer Golf : Vermisst irgendjemand eine Drohne?

          Ein weiterer Zwischenfall im Golf schafft Verwirrung. Iran dementiert amerikanische Angaben über einen Drohnenabschuss. Zugleich macht Teheran ein neues Gesprächsangebot.

          Topmeldungen

          Die aufgewendete Energie ist enorm, der Ertrag mager: Geförderte Humboldt-Universität in Berlin.

          Exzellenz-Förderung : Noch so ein Sieg

          Ein Wettbewerb, in dem es nur Sieger gibt, ist eigentlich keiner: Welche Universitäten über die Exzellenzinitiative gefördert werden und welche nicht, sagt so gut wie nichts aus.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.