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Messerangriff in der Schweiz : Staatsanwaltschaft bestätigt Terrorismusverdacht

  • Aktualisiert am

Polizeiautos im schweizerischen Lugano am Dienstagabend Bild: dpa

Die Attacke fand in einem Kaufhaus in Lugano statt. Ein Opfer wurde schwer, eines leicht verletzt. Die Angreiferin war nach Polizeiangaben den Behörden bekannt. Bei den Ermittlungen geht es nun auch um Sympathien für den „Islamischen Staat“.

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          Eine Frau mit möglichen Sympathien für die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat in der Schweiz zwei Frauen in einem Warenhaus mit einem Messer angegriffen. Die Behörden gehen laut eigener Aussage dem Verdacht einer islamistisch motivierten Attacke nach. „Am 24.11.2020 kam es in einem Warenhaus in Lugano zu einem mutmaßlichen terroristisch motivierten Angriff auf mehrere Personen“, erklärte die Bundesanwaltschaft am Dienstagabend.

          Nach Angaben der Polizei griff kurz vor 14 Uhr eine 28 Jahre alte Schweizerin, die in der Stadt im Kanton Tessin wohnt, in dem Kaufhaus zwei Frauen an. Eine der beiden Angegriffenen sei schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt worden, die andere leicht.

          Die Angreiferin sei festgenommen worden. Gegen sie wird der Bundesanwaltschaft zufolge unter anderem wegen des Verdachts der versuchten vorsätzlichen Tötung, der schweren Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Verbot der extremistischen Gruppierungen Al-Qaida und IS ein Strafverfahren eröffnet. Nach Angaben des Kommandanten der Tessiner Kantonspolizei, Matteo Cocchi, war sie der Polizei bekannt.

          Die Schweiz ist von schweren islamistisch motivierten Anschlägen wie jenen in Wien, Paris und Nizza, bei den insgesamt acht Menschen getötet wurden, bislang verschont geblieben. Doch das Land hat Hunderte von Einwohnern identifiziert, die als Bedrohung angesehen werden, sowie Militante, die in Kriegsgebiete gereist sind.

          Zwei im Zusammenhang mit der Attacke von Wien in Winterthur festgenommene Männer hatten den Attentäter im Juli besucht. Die rund 25 Kilometer nordöstlich von Zürich gelegene Stadt gilt als ein Brennpunkt des Islamismus in der Schweiz. Im September wurde ein Mann, den Medien als „Emir von Winterthur“ und einen führenden militanten Islamisten der Schweiz bezeichnen, wegen seiner Verbindungen zum IS zu 50 Monaten Gefängnis verurteilt.

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