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Terrormiliz IS : Berichte über Massaker an Yeziden

  • Aktualisiert am

Kurdische Soldaten beziehen im Kampf gegen die IS-Miliz Stellung im Nordirak Bild: REUTERS

Die islamistische Terrortruppe IS soll bei ihrem Vormarsch im Nord-Irak mindestens 500 Yeziden umgebracht haben - darunter auch Frauen und Kinder. Tausende Yeziden konnten sich vor IS-Milizen aus dem Sindschargebirge in Nord-Irak in Sicherheit bringen.

          Kämpfer der radikalislamischen Organisation Islamischer Staat (IS) haben bei ihrem Vormarsch im Norden des Landes nach Regierungsangaben mindestens 500 Yeziden getötet. Einige Angehörige der religiösen Minderheit seien in Massengräbern in und um die Stadt Sindschar lebendig begraben worden, sagte Menschenrechtsminister Mohammed Schia al-Sudani der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag. Darunter seien auch Frauen und Kinder gewesen. Etwa 300 Frauen seien zudem verschleppt und versklavt worden. Dies hätten Flüchtlinge berichtet.

          Mindestens 20 000 im Sindschar-Gebirge im Irak festsitzende yezidische Flüchtlinge konnten die Region nach kurdischen Angaben verlassen und sich in Sicherheit bringen. Das teilten Vertreter der autonomen kurdischen Regierung in der Region am Sonntag mit. Die vor den IS-Milizen geflohenen Angehörigen der religiösen Minderheit der Yeziden hatten tagelang ohne Wasser und Lebensmittel in dem Gebirge ausgeharrt.

          Zur Unterstützung der irakischen Armee und der kurdischen Truppen haben amerikanische Kampfflugzeuge die IS-Milizen angegriffen. Präsident Barack Obama begründete die Einsätze auch damit, einen Völkermord an den Yeziden zu verhindern. Die IS-Extremisten bezeichnen die religiöse Minderheit als Teufelsanbeter. Sie gelten als radikaler als Al-Kaida und wollen einen Gottesstaat im Irak und in Syrien errichten.

          Das amerikanische Militär hatte zuvor vier neue Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgeführt. Wie das Zentralkommando der Armee in der Nacht auf Sonntag mitteilte, galten die Operationen dem Schutz der nordirakischen Yeziden, die vor den Gräueltaten der Dschihadisten in das Sindschar-Gebirge geflüchtet sind und von den Terroristen willkürlich angegriffen worden seien. Alles deute darauf hin, dass die Luftschläge erfolgreich gewesen seien.

          Wie das Verteidigungsministerium in Washington mitteilte, schossen Kampfdrohnen und Flugzeuge am späten Samstagnachmittag mitteleuropäischer Zeit auf zwei gepanzerte Truppentransporter. 20 Minuten später habe die amerikanische Luftwaffe auf zwei weitere IS-Truppentransporter sowie einen gepanzerten Lastwagen geschossen. Offenbar seien diese Fahrzeuge zerstört worden. Den Angaben zufolge feuerte zudem ein Kampfflugzeug in der Nacht ebenfalls auf weitere Truppentransporter der Dschihadisten.

          Truppen werfen abermals Nahrung und Wasser ab

          Präsident Barack Obama hatte zuvor betont, dass der Militäreinsatz der Vereinigten Staaten begrenzt sei und keine Bodentruppen in den Irak zurückkehren würden. Es werde weitere Luftangriffe geben, wenn dies zum Schutz der Amerikaner oder religiöser Minderheiten im Land nötig sei. Auf einen Zeitrahmen dafür, wie lange diese Operationen andauern könnten, legte er sich nicht fest. Er glaube nicht, „dass wir dieses Problem innerhalb von Wochen lösen können“, sagte Obama mit Blick auf den Kampf gegen die IS-Miliz. „Es wird ein Langzeitprojekt sein.“

          Die amerikanischen Truppen versorgten die Flüchtlinge im Sindschar-Gebirge abermals mit Wasser und Lebensmitteln. Bisher seien mehr als 52.000 Packungen Fertigessen und Behälter mit mehr als 40.000 Liter Wasser abgeworfen worden.

          Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen forderte einem Medienbericht zufolge die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. Den „um ihr Leben rennenden Menschen“ müsse vorübergehend in Deutschland Zuflucht gegeben werden, bis sich die Lage verbessert“, sagte der CDU-Politiker der „Welt am Sonntag“. Er forderte zudem die Bundesregierung auf, ihre passive Haltung im Irak-Konflikt zu revidieren. Deutschland müsse sich zusammen mit der Europäischen Union „aktiv dafür einsetzen, dass der Terrororganisation IS innerhalb des Irak und in der Region die politische Unterstützung entzogen wird. Aus Verantwortung gegenüber den vom tödlichen Terror bedrohten Menschen „sollten wir uns mit den USA solidarisch zeigen“, sagte Röttgen.

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