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Terrorgefahr : Westliche Botschaften weiterhin geschlossen

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Checkpoint an einer Straße, die zur amerikanischen Botschaft in Sanaa (Jemen) führt Bild: AP

Amerika hält viele diplomatischen Vertretungen noch die ganze Woche über geschlossen. Geheimdienste sollen Hinweise auf einen „großen“ Anschlag haben. Die deutsche Botschaft im Jemen bleibt auch am Montag geschlossen.

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          Wegen der andauernden Angst vor einem großen Terroranschlag bleiben diplomatische Vertretungen westlicher Länder in zahlreichen Staaten der muslimisch geprägten Welt weiterhin geschlossen. Das State Department in Washington teilte am Sonntagabend mit, 19 Botschaften und Konsulate – unter anderem in Ägypten, Jordanien, Kuweit, Libyen und im Jemen – würden frühestens Anfang kommender Woche wieder geöffnet.

          Im amerikanischen Kongress wurden die Sicherheitsmaßnahmen von führenden Mitgliedern beider Parteien als sinnvoll und richtig bezeichnet. Die Gefahr terroristischer Anschläge sei derzeit so groß wie seit Jahren nicht mehr, erklärten Vertreter der Demokraten und der Republikaner gleichermaßen. Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, Peter King, sagte, Al Qaida sei „heute in vieler Hinsicht stärker“ als vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Der Vorsitzende der Vereinigten Stabschefs der amerikanischen Streitkräfte, Heeres-General Martin Dempsey, sagte am Sonntag in einem Fernsehinterview, die jüngste Bedrohung sei „spezifischer“ als in früheren Fällen. Zuvor waren 25 Vertretungen Washingtons von Mauretanien in Nordwestafrika bis nach Bangladesch in Südasien geschlossen worden.

          Wegen Terrorgefahr schließen die Vereinigten Staaten vom 5. bis 10. August einige ihrer Botschaften

          In Berlin rief das Auswärtige Amt aus Furcht vor Terroranschlägen die deutschen Botschaften in der arabischen Welt für die nächsten Tage zu erhöhter Wachsamkeit auf. Mit Ausnahme der Botschaft in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa, die am Montag weiterhin geschlossen war, sollen jedoch alle Auslandsvertretungen geöffnet bleiben. Dies teilte das Auswärtige Amt nach der Sitzung eines Krisenstabs am Montag in Berlin mit. Der Sprecher von Außenminister Guido Westerwelle sagte am Montag, Berlin habe weiterhin „keine konkreten Hinweise auf konkrete Gefährdungen“. Im gesamten Nahen und Mittleren Osten – vor allem in Ländern wie Syrien, dem Irak, Libyen und Ägypten – gebe es jedoch eine „äußerst sensible Sicherheitslage“. Der Sprecher verwies auch auf das bevorstehende Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan. In Deutschland selbst ist die Sicherheitslage nach Auskunft des Innenministeriums unverändert.

          Botschaften bis Ramadan geschlossen

          Großbritannien und Frankreich wollen ihre Botschaften im Jemen mindestens bis zum Ende des Fastenmonats Ramadan an diesem Donnerstag geschlossen halten.

          Amerikanische Geheimdienste – vor allem der Militärnachrichtendienst NSA – hatten nach Angaben von Regierungsmitarbeitern und Kongressmitgliedern in den vergangenen Tagen geheime Kommunikationen zwischen führenden Mitgliedern des Terrornetzes Al Qaida abgefangen. Darin sei es um große geplante Terroranschläge auf amerikanische und westliche Einrichtungen gegangen.
          Daraufhin hatte das Außenministerium in Washington eine weltweite Reisewarnung für alle amerikanischen Bürger herausgegeben und erklärt, vor allem im Nahe Osten und Nordafrika bestehe erhöhte Anschlagsgefahr. Von den am Sonntag geschlossenen Botschaften wurden jene in Afghanistan und im Irak am Montag wieder geöffnet. Dagegen wurden Vertretungen in den ostafrikanischen Ländern Ruanda und Burundi sowie in den Inselstaaten Madagaskar und Mauritius geschlossen.

          Der Chef des Terrornetzes Al Qaida, der Ägypter Ayman al Zawahiri, der sich vermutlich im Nordwesten Pakistan versteckt hält, hatte den Vereinigten Staaten in einer am Wochenende veröffentlichten Videobotschaft vorgeworfen, ein Komplott zum Sturz des gewählten ägyptischen Präsidenten Muhammad Mursi von den Muslimbrüdern geschmiedet zu haben. Er rief dazu auf, „Interessen der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten“ weltweit anzugreifen.

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