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Terrorbekämpfung : Paris und Algier einig über Mali

Algier: Frankreichs Außenminister Fabius (rechts) mit dem algerischen Präsidenten Bouteflika Bild: dapd

Der französische Außenminister Fabius hat bei seinem Antrittsbesuch in Algerien ein militärisches Eingreifen in Mali in Erwägung gezogen, sollten dort politische Vermittlungsbemühungen nicht fruchten.

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          Frankreich und Algerien wollen sich nicht damit abfinden, dass im Norden Malis ein „sicherer Hafen“ für den islamistischen Terrorismus entstanden ist. Das war eines der Ergebnisse der Gespräche, die der französische Außenminister Laurent Fabius bei seinem Antrittsbesuch am Montag in Algier mit dem algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika und Außenminister Mourad Medelci führte. „Es wird der Zeitpunkt kommen, wo gegen die im Norden Malis operierenden Terrorbewegungen mit angemessenen Mitteln vorgegangen werden muss“, sagte Fabius.

          Michaela Wiegel

          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Militärische Mittel seien in Erwägung zu ziehen, sollten die politischen Vermittlungsbemühungen keine Ergebnisse bringen. „Wir haben die gleichen Ziele in der Sahelzone und in Mali. Wir sind uns einig, dass die territoriale Einheit Malis bewahrt und der Kampf gegen den Terrorismus prioritär bleiben muss“, sagte Medelci.

          Fabius hatte seinem Besuch in Algerien vorangeschickt, dass sich eine militärische Operation im Norden Malis als notwendig erweisen könnte. Frankreich könne allerdings als frühere Kolonialmacht bei einem militärischen Einsatz nicht die Führungsrolle übernehmen, so der französische Außenminister.

          Paris erwartet von der algerischen Führung, dass sie im „Krieg gegen den Terror“ vorangeht. Bislang hatte Algier sich stets auf das Prinzip der Nichteinmischung berufen. Doch bei den Gesprächen mit dem französischen Außenminister zeichnete sich eine Annäherung ab. Die Entwicklung in den Wüstengebieten Malis, in denen sich Terroristen, Rauschschmuggler, Entführer und Waffenhändler breitgemacht haben, beunruhigt die Verantwortlichen in Paris und Algier gleichermaßen. Französische Sicherheitsfachleute warnen bereits vor einem „neuen Afghanistan vor Europas Haustür“. Die französische Diplomatie setzt auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem algerischen Regime, das über gut ausgebildete Sicherheitskräfte im Kampf gegen den Terrorismus verfügt. Im Oktober plant der französische Präsident François Hollande einen Staatsbesuch in Algier, um ein neues Partnerschaftsabkommen zu unterzeichnen.

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