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Terroranschlag in Frankreich : Minister: Lehrer wurde Opfer einer „Fatwa“

  • Aktualisiert am

Spontane Beileidsbekundungen und Protest am Sonntag in Paris Bild: dpa

Der französische Innenminister Gérald Darmanin hat das Attentat auf den Geschichtslehrer als Ergebnis einer „Fatwa“ bezeichnet. Es gebe kein anderes Wort dafür, sagte Darmanin.

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          Der bei einem islamistischen Anschlag getötete französische Lehrer ist nach Einschätzung des französischen Innenministers Opfer einer „Fatwa“ geworden. Es gebe kein anderes Wort dafür, sagte Innenminister Gérald Darmanin dem Radiosender Europe 1 am Montag. Der Vater einer Schülerin und ein bekannter militanter Islamist hätten die Fatwa ausgesprochen, nachdem der Lehrer im Unterricht umstrittene Mohammed-Karikaturen verwendet hatte. Insgesamt sind inzwischen elf Verdächtige aus dem Umkreis des Täters und an der Hetzkampagne gegen den Lehrer beteiligte Eltern festgenommen worden, darunter nach Angaben des Innenministers auch der Vater der Schülerin sowie der bekannte Islamist.

          Fatwas (oder eigentlich im Plural: Fatawa) sind nach Definition des Instituts für Islamfragen in Bonn eigentlich Rechtsgutachten islamischer Gelehrter. Die Gelehrten erläutern durch eine schriftliche Beurteilung einer bestimmten Frage des islamischen Rechts ihre persönliche Einschätzung. Fatwas werden in eigener Sache oder im Auftrag einer Institution oder eines Herrschers erlassen. Weltweit negative Schlagzeilen machte der Begriff, als der iranische Revolutionsführer Ajatollah Khomeini 1989 eine Todesdrohung gegen den britischen Schriftsteller Salman Rushdie wegen Gotteslästerung aussprach.

          Einsätze gegen Dutzende mutmaßliche Islamisten

          Am Montagmorgen wurden in Frankreich Polizeieinsätze gegen dutzende mutmaßliche Islamisten eingeleitet. Im Lauf der Woche sollen diese fortgesetzt werden. Seit der Ermordung des Lehrers im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine am Freitag seien außerdem „mehr als 80 Ermittlungen“ wegen Online-Hasses eingeleitet worden, fügte der Minister hinzu. Laut Innenminister stehen die Einsätze nicht alle „zwingend“ im Zusammenhang mit dem Fall des ermordeten Lehrers. Sie zielten vielmehr darauf, „eine Botschaft zu vermitteln: nicht eine Minute Aufschub für die Feinde der Republik“. Darmanin kündigte an, in dieser Woche auch etliche Verbände in den Blick zu nehmen. Er will mehrere Vereinigungen auflösen lassen, darunter das Kollektiv gegen Islamophobie in Frankreich (CCIF).

          Der 47 Jahre alte Geschichtslehrer war am Freitag in der Nähe seiner Schule in Conflans-Sainte-Honorine von einem 18 Jahre alten Russen tschetschenischer Herkunft enthauptet worden. Er hatte mit seinen Schülern das Thema Meinungsfreiheit im Unterricht behandelt und dabei Mohammed-Karikaturen verwendet. Die Ermittler gehen von einem islamistisch motivierten Terroranschlag aus. Der Angreifer wurde nach der Tat von der Polizei erschossen.

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