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Terrorangriff : IS bekennt sich zu Anschlag in Tunesien

  • Aktualisiert am

Tunesische Einsatzkräfte bewachen das Imperial-Hotel in Sousse nach dem Terroranschlag. Bild: AFP

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" bezeichnet den Angreifer als einen „Soldaten des Kalifats“. Tunesiens Regierungschef bestätigt, dass auch Deutsche getötet wurden. Als Reaktion auf die Attacke lässt er bis zu 80 Moscheen schließen.

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          Die Extremistenorganisation „Islamischer Staat“ (IS) hat sich zu dem Anschlag in einer Hotelanlage in Tunesien bekannt. Eine entsprechende Erklärung wurde am Samstag von der Dschihadistenmiliz im Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlicht. Bei dem Anschlag waren am Freitag mindestens 39 Menschen getötet worden, zudem wurden mehr als 30 weitere Menschen verletzt.

          Unter den Opfern sind nach Angaben von Regierungschef Habib Essid auch Deutsche. Die meisten der Opfer seien jedoch Briten, sagte er am frühen Samstagmorgen in Tunis nach einer nächtlichen Sondersitzung des nationalen Sicherheitsrates. Zudem seien Belgier und Franzosen unter den Toten. Genaue Zahlen nannte Essid nicht. Er sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus.

          Tunesien verstärkt Kampf gegen den Terror

          Ein „Soldat des Kalifats“ sei in das Hotel eingedrungen, hieß es in dem über Twitter verbreiteten Bekennerschreiben des IS. Bei den von ihm getöteten Menschen handele es sich „zum Großteil um Angehörige von Staaten, die gegen den IS kämpfen“.

          Der nationale Sicherheitsrat Tunesiens beschloss eine Reihe von Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus. Unter anderem sollten bis zu 80 Moscheen geschlossen werden, in denen weiterhin „Gift zum Terrorismus“ verbreitet werde. Daneben sollten verdächtige Parteien oder Vereine überprüft und eventuell aufgelöst werden. „Wir mögen den einen Kampf gewinnen und den anderen Kampf verlieren, aber unser Ziel ist es, den Krieg zu gewinnen“, sagte Essid.

          Ein Attentäter war am Freitag in das besonders bei europäischen Touristen beliebte Hotel Riu Imperial Marhaba in Port el Kantaoui bei Sousse eingedrungen. Nach Angaben der Behörden hatte er in einem Sonnenschirm eine Waffe versteckt, mit der er dann unter anderem am Strand das Feuer eröffnete. Der Angreifer wurde schließlich getötet.

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