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Terror in Spanien : Aznar: „Mein Gewissen ist rein“

  • Aktualisiert am

Aznar: Mehr als genug Hinweise Bild: AP

Vor einem Untersuchungsausschuß zu den Bombenanschlägen in Madrid im März hat der frühere spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar seine Entscheidung verteidigt, zunächst die Terrorgruppe Eta verantwortlich zu machen.

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          Der frühere spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar hat seine Entscheidung verteidigt, kurz nach den Bombenanschlägen von Madrid im März zunächst die baskische Separatistenorganisation Eta dafür verantwortlich zu machen.

          Er habe im Zusammenhang mit den Anschlägen nicht gelogen, sagte Aznar am Montag vor einem Untersuchungsausschuß des Parlaments in Madrid. „Mein Gewissen ist rein ... Wir haben nach unserem damaligen Wissen die Wahrheit gesagt.“ Bei den Anschlägen auf vier Pendlerzüge waren 191 Menschen getötet und 1.900 verletzt worden.

          „Mehr als genug Hinweise“

          Spanien stand zum Zeitpunkt der Attentate kurz vor der Parlamentswahl. Wäre es ein Anschlag der Eta gewesen, hätte dies Aznars konservativer Volkspartei wegen ihres harten Vorgehens gegen die Separatisten stärken können. Als sich herausstellte, daß muslimische Extremisten die Täter waren, richtete sich die Kritik vieler Spanier gegen Aznars Regierung. Sie wurde für die Anschläge mitverantwortlich gemacht, weil sie sich im Irak-Krieg an die Seite der Vereinigten Staaten gestellt und Soldaten entsandt hatte.

          „Die Einschätzung der Politik war, daß es mehr als genug Hintergrund und Hinweise gegeben hatte, die zu der Vermutung Anlaß gaben, daß sie (die Eta) es war, die die Anschläge verübte“, sagte Aznar am Montag in Madrid.

          Wahlniederlage und Truppenabzug

          Die Eta hat in ihren seit 36 Jahren währenden Kampf für die Unabhängigkeit des Baskenlandes etwa 850 Menschen umgebracht. Vor einem Jahr verhinderte die Polizei einen Eta-Anschlag während der Weihnachtszeit auf einen Zug.

          In den Tagen zwischen den Anschlägen im März und den Wahlen hatten Aznar und einige Minister mehrfach erklärt, die Eta stecke hinter den Attentaten. Bis zum Wahltag wurde die Täterschaft der muslimischen Extremisten aber deutlich. Die Wähler straften Aznar ab und fügten seiner Volkspartei eine deutliche Niederlage zu: Die Sozialisten gewannen die Wahl, ihr Spitzenkandidat Jose Luis Rodriguez Zapatero wurde Ministerpräsident und zog die spanischen Truppen aus dem Irak ab.

          Die Attentäter hatten sich auf Videos im Namen der Extremistenorganisation Al Qaida zu den Anschlägen bekannt und erklärt, diese seien die Rache für die Entsendung spanischer Truppen in den Irak und nach Afghanistan. Im Zusammenhang mit dem Anschlag sitzen etwa 30 Verdächtige in Haft oder stehen unter gerichtlicher Überwachung. Sieben mutmaßliche Attentäter sind tot. Die meisten Inhaftierten sind Nordafrikaner, die sich nach Justizangaben als Kämpfer in einem Heiligen Krieg gegen den Westen sehen.

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