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Terror-Prozess : Frankreichs Antwort auf Guantánamo

Improvisiertes Mahnmal: Trauernde im November 2015 vor einem Restaurant, in dem die Terroristen gemordet hatten Bild: AFP

In Paris beginnt ein historischer Prozess zu den Anschlägen vom 13. November 2015 auf das Bataclan und andere Orte in und um Paris. Er könnte die kollektive Erinnerung an die Terrornacht prägen.

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          Ein lauter Knall, wilde Hufschläge, und dann sah Major Philippe Dulac entsetzt, wie die stolzen Pferde der Republikanischen Garde sich angsterfüllt auf den Boden fallen ließen. Die berittene Gendarmerie hatte vor dem Anpfiff zum Freundschaftsspiel Deutschland–Frankreich vor dem Stade de France Wache gehalten. Dulac erinnert sich an das Chaos, das nach der Detonation ausbrach. Zerfetzte Körperteile, schreiende Passanten, der Qualm der Explosion: Dulac sucht noch heute nach den richtigen Worten, um das Grauen zu beschreiben, das um 21.16 Uhr vor Tor D des Fußballstadions begann.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          Er muss schlucken, als er von den beiden behaarten Männerbeinen spricht, die wie Schaufensterpuppenteile vor ihm auf dem Bürgersteig lagen: „Das sind Bilder, die werde ich nicht los. Sie kommen immer wieder, manchmal nachts, manchmal während einer Autofahrt.“ Mit seiner Frau und seinen Kindern spreche er nicht darüber, sagt er der F.A.Z. bewegt.

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