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Terror in Kenia : Zahl der Toten in Nairobi erhöht sich auf 21

  • Aktualisiert am

Der Einsatz rund um das Hotel DusitD2 begann Dienstagnachmittag und endete erst am Mittwochmorgen. Bild: EPA

Der Angriff auf ein Luxushotel in Nairobi war schwerwiegender, als zunächst bekannt. Mindestens 21 Menschen starben. Der Anschlag lässt noch viele Fragen offen.

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          Die Angreifer zündeten Bomben vor einem Luxushotel, stürmten die Anlage und lieferten sich dann bis zum Morgen Schusswechsel mit der Polizei: Bei einer Attacke islamistischer Terroristen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi sind mindestens 21 Menschen getötet worden – darunter nach offiziellen Angaben ein Amerikaner und ein Brite. Zudem starben fünf Angreifer, mindestens 28 weitere Menschen wurden verletzt, wie Polizeichef Joseph Boinnet mitteilte.

          Der Einsatz rund um das Hotel DusitD2 begann Dienstagnachmittag und endete erst am Mittwochmorgen. Präsident Uhuru Kenyatta sagte anschließend: „Alle Terroristen sind eliminiert.“ Er sprach zunächst von 14 Todesopfern, später erhöhte sich diese Zahl weiter. Mehr als 700 Menschen seien während des Einsatzes in Sicherheit gebracht worden, hieß es.

          Die mit Al Qaida verbundene somalische Terrorgruppe Al-Shabaab beanspruchte den Anschlag für sich. Die Tat sei eine Reaktion auf die Entscheidung von Präsident Donald Trump im Dezember 2017, Jerusalem als Israels Hauptstadt anzuerkennen, erklärte die Miliz über den Radiosender Al-Andalus.

          Die Attacke begann mit einer Explosion vor dem Hotel, dann sprengte sich ein Selbstmordattentäter im Foyer in die Luft, wie die Polizei erklärte. Einige schwer bewaffnete Angreifer verschanzten sich danach über Stunden in dem Komplex. Augenzeuge Joseph Katana berichtete, die Angreifer hätten wahllos um sich geschossen. „Aber ich hatte Glück, konnte wegrennen und mich verstecken.“ Noch am frühen Mittwochmorgen waren Schüsse zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete.

          Immer wieder Anschläge in Kenia

          Die somalische Extremistengruppe Al-Shabaab verübt immer wieder Anschläge im Nachbarland Kenia. Die sunnitischen Fundamentalisten wollen in Somalia einen sogenannten Gottesstaat schaffen und haben bei Anschlägen und Angriffen schon Tausende Menschen getötet. Kenias Streitkräfte unterstützen die somalische Regierung im Rahmen eines Militäreinsatzes der Afrikanischen Union (AU) im Kampf gegen die Terrormiliz.

          Das bei Ausländern beliebte Luxushotel liegt in einer relativ zentralen und wohlhabenden Gegend. Wie die meisten Hotels und Einkaufszentren in Nairobi führt das DusitD2 bei ankommenden Autos einen Sicherheitscheck vor dem Eingang durch. In dem Gebäudekomplex befinden sich auch Büros - etwa eines vom deutschen Softwarehersteller SAP – sowie Läden und Restaurants.

          Informationen über die Opfer sickerten langsam durch. Unter den Toten seien ein Amerikaner und ein Brite, bestätigten Polizeichef Boinnet sowie das amerikanische Außenministerium und die britische Botschaft. Der Brite arbeitete als Afrika-Programmdirektor für die Organisation Gatsby, die Verbindungen zur britischen Supermarktkette Sainsbury hat, wie die Organisation mitteilte.

          Keine Deutschen unter den Opfern

          Zudem starben Boinnet zufolge 16 Kenianer und drei Menschen afrikanischer Herkunft, deren Identität zunächst nicht geklärt war. Zwei der Kenianer waren Mitarbeiter der britischen Organisation Adam Smith International, wie eine Sprecherin bestätigte. Der 31-Jährige und der 33-Jährige befanden sich demnach auf der Terrasse eines Restaurants in dem Gebäudekomplex. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es, es lägen keine Hinweise vor, dass Deutsche unter den Opfern seien.

          Kenyatta sagte, man sei in Gedanken bei den unschuldigen Männern und Frauen, die von der „sinnlosen Gewalt“ betroffen seien. Kenia sei eine Nation, „die diejenigen niemals vergisst, die ihren Kindern wehgetan haben“. Nach dem Ende des Anschlags würden nun die Ermittlungen beginnen, erklärte Innenminister Fred Matiang’i. Polizeichef Boinnet sagte, es seien inzwischen zwei Verdächtige festgenommen worden, die mutmaßlich an dem Anschlag beteiligt waren. Sie würden der Polizei bei den Ermittlungen helfen.

          Die deutsche Botschaft, die knapp drei Kilometer vom Hotel DusitD2 entfernt liegt, verurteilte den Angriff aufs Schärfste. „Deutschland steht mit Kenia im Kampf gegen Radikalisierung und Terrorismus“, hieß es auf Twitter. Der UN-Sicherheitsrat würdigte Kenias Rolle im Kampf gegen den Terrorismus und vor allem den Einsatz kenianischer Truppen gegen Al-Shabaab in Somalia. „Der Terrorismus in all seinen Formen und Ausprägungen stellt eine der größten Bedrohungen für den internationalen Frieden und die Sicherheit dar“, hieß es.

          Unweit des Hotels liegt das Einkaufszentrum Westgate, wo im Jahr 2013 bei einem Terroranschlag mindestens 67 Menschen umgekommen waren. Damals wurden die Behörden und Sicherheitskräfte scharf kritisiert. Die Reaktion der Sicherheitskräfte auf den Terroranschlag im DusitD2 sei „wesentlich professioneller und effektiver als während der Anfangsphase des Westgate-Angriffs vor fünf Jahren“ gewesen, schrieb Analyst Ed Hobey-Hamsher von der Risikoberatung Verisk Maplecroft.

          Warum die Terroristen ausgerechnet diesen Komplex angriffen, blieb zunächst unklar. Ein mögliches Ziel könnte eine von Amerikanern organisierte Konferenz gewesen sein, die in dem Hotel hätte stattfinden sollen, sagte Mawira Mungania, ein Beamter der Anti-Terror-Polizeieinheit. Dies konnte allerdings nicht unabhängig bestätigt werden. Analyst Hobey-Hamsher erklärte, weil es in dem Komplex nicht nur ein Hotel, sondern auch Büros ausländischer Firmen und Luxusläden gebe, habe dieser den Angreifern gleich drei wertvolle Ziele geboten. Einer der verheerendsten Anschläge von Al-Shabaab in Kenia fand 2014 statt, bei der Attacke auf eine Universität in Garissa starben damals mindestens 148 Menschen.

          Der Anschlag am Dienstag fiel auf den dritten Jahrestag eines verheerenden Angriffs der Terroristen auf kenianische Streitkräfte in Somalia, bei dem Dutzende Soldaten starben.

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