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Nach dem Anschlag auf Kopten : Weltkirchenrat fordert Schutz für Christen in Ägypten

  • Aktualisiert am

Trauer in Ägypten um die von Terroristen ermordeten koptischen Christen. Bild: AFP

Es war einer der schwersten Anschläge auf die christliche Minderheit in Ägypten. Nach dem Massaker an Kopten in einem Gotteshaus in Kairo verlangt der Weltkirchenrat mehr Schutz für Christen im Nahen Osten.

          Nach dem Anschlag auf koptische Christen in Ägypten hat der Weltkirchenrat einen besseren Schutz für die religiöse Minderheit gefordert. Das Massaker zeige, wie stark Christen in Ägypten und im ganzen Nahen Osten bedroht seien, erklärte der Generalsekretär des Weltkirchenrates, Olav Fykse Tveit, in Genf.

          Tveit erinnerte daran, dass Kopten in den vergangenen Jahren in Ägypten mehrmals das Ziel von Gewalttätern gewesen seien. Der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen bezeichnete die Ermordeten als „Märtyrer für ihren Glauben“.

          Der koptisch-orthodoxe Papst Tawadros II. verurteilte den Anschlag. „Wer immer dies getan hat gehört nicht zu Ägypten, seiner Geschichte oder seiner Kultur“, sagte das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche bei einer Trauerfreier am Montag in Kairo. Der Angriff auf die Kirche sei ein Angriff „gegen die Nation“.

          Bei einem der bislang schwersten Anschläge auf koptische Christen in Ägypten wurden mindestens 25 Menschen getötet. Wie das Staatsfernsehen unter Berufung auf das Gesundheitsministerium berichtete, wurden 49 weitere verletzt.

          Auch die Bundesregierung verurteilte den Anschlag in Kairo und rief zum interreligiösen Zusammenhalt auf. Das Attentat sei ein Versuch gewesen, das friedliche Zusammenleben der Religionen in Ägypten zu zerstören und Zwietracht und Feindschaft zu säen, sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin. Die Bundesregierung vertraue darauf, dass die ägyptische Gesellschaft sich nicht von einem solchen Attentat spalten lasse.

          Die Explosion ereignete sich am Sonntagmorgen im Kairoer Stadtteil Abbassija nahe der bekannten koptischen Markus-Kathedrale. Eine Zwölf-Kilo-Bombe detonierte laut staatlicher Zeitung „Al-Ahram“ in der anliegenden Kirche von Sankt Peter und Sankt Paul. Etwa zehn Prozent der rund 90 Millionen Ägypter sind koptische Christen.

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