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Terror in Frankreich : Al Qaida droht mit neuen Anschlägen

  • Aktualisiert am

Forensiker am Tatort in Paris Bild: AP

Ein Al-Qaida-Führer droht in einer Videobotschaft mit neuen Angriffen auf Frankreich. Pariser Staatsanwälte bringen unterdessen neue Details zu den Angriffen ans Licht. Und auch die Vereinigten Staaten mahnen ihre Bürger zur Vorsicht. 

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          Die Terrorgruppe Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) hat Frankreich mit weiteren Anschlägen gedroht. Es werde neue Angriffe geben, sollte das Land nicht damit aufhören, den Islam, seine Symbole und die Muslime zu „bekämpfen“, hieß es in einer per Video verbreiteten Rede laut der Dschihad-Beobachtungsplattform Site. Harith bin Ghasi al-Nadhari, einer der wichtigsten Glaubenshüter der Gruppe, soll darin klaren Bezug auf die Anschläge in Frankreich genommen haben: „Einige der Söhne Frankreichs waren respektlos gegenüber Allahs Propheten“, daher sei eine Gruppe von „gläubigen Soldaten Allahs“ gegen sie vorgegangen und habe ihnen Respekt beigebracht.

          AQAP ist einer der größten Ableger des weltweit agierenden Al-Qaida-Netzwerks. Die sunnitischen Extremisten nutzen den instabilen Jemen unter anderem als Rückzugsort und Rekrutierungsbecken. Einer der beiden mutmaßlichen Attentäter auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ hat nach Informationen von amerikanischen Medien ein Terror-Training im Jemen absolviert.

          Nach den Attentaten von Paris rief die amerikanische Regierung ihre Bürger zu besonderer Vorsicht im Ausland auf. Das Außenministerium in Washington erklärte in der Nacht auf Samstag, die Wachsamkeit müsse erhöht werden. Es sprach von einer anhaltenden Gefahr von Terrorattacken und gewalttätigen Übergriffen auf amerikanische Staatsbürger, die sich im Ausland aufhalten.

          In einer Pressekonferenz, die kurz vor Mitternacht zu Ende ging, veröffentlichte die französische Staatsanwaltschaft unterdessen weitere Details zu dem Polizeieinsatz am Freitag. Die vier in einem jüdischen Supermarkt in Paris getöteten Geiseln starben demnach schon vor der Befreiungsaktion der Polizei. Die Geiseln seien „wahrscheinlich“ erschossen worden, als der islamistische Geiselnehmer am Mittag in das Geschäft stürmte, sagte der Pariser Staatsanwalt François Molins. Auch der Geiselnehmer Amedy Coulibaly hatte in einem Telefongespräch mit dem Nachrichtensender BFMTV gegen 15 Uhr schon von vier Toten gesprochen. Laut Molins hatte Coulibaly mehrere Schusswaffen und große Mengen Sprengstoff bei sich.

          Taten waren vermutlich abgesprochen

          Coulibaly hatte in dem jüdischen Supermarkt zahlreiche Geiseln in seine Gewalt gebracht. Kurz nach 17 Uhr stürmten Eliteeinheiten der Polizei den Laden und töteten den 32-Jährigen. Kurz zuvor hatten Spezialeinheiten nordöstlich von Paris auch die „Charlie Hebdo“-Attentäter Chérif und Said Kouachi erschossen, die sich in einer Druckerei verschanzt hatten. Die Kouachi-Brüder und Coulibaly kannten sich offenbar und hatten ihre Taten vermutlich abgesprochen.

          Staatsanwalt Molins sagte, der 34-Jährige Said Kouachi sei bereits am Freitagvormittag leicht am Hals verletzt worden, als es auf einer Nationalstraße einen Schusswechsel mit Polizisten gab. Anschließend verschanzten sich die Brüder in einer Druckerei in der Gemeinde Dammartin-en-Goële nahe dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle. „Kurz vor 17.00 Uhr öffnet sich die Eingangstür im Erdgeschoss des Unternehmens für mehrere Minuten um 15 Zentimeter“, fuhr Molins in der Schilderung fort. „Dann kommen die beiden Brüder mit Sturmgewehren heraus und schießen in Richtung der Ordnungskräfte.“ Die Eliteeinheiten hätten zunächst versucht, die Islamisten mit nicht tödlichen Granaten außer Gefecht zu setzen. Da die „beiden Terroristen“ aber weiter gefeuert hätten, hätten die Polizisten sie „neutralisieren“ müssen und erschossen.

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