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Terror in Barcelona : Attentäter wollte „ein Maximum an Fußgängern erwischen“

  • Aktualisiert am

Menschen bringen sich auf dem Boulevard Las Ramblas in Sicherheit. Bild: AP

Auf dem beliebten Boulevard Las Ramblas haben sich am Donnerstag dramatische Szenen abgespielt. Ein Lieferwagen raste gezielt in Menschen. Augenzeugen schildern die Situation.

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          Bei dem Terroranschlag mit einem Lieferwagen auf Barcelonas berühmter Flaniermeile Las Ramblas haben sich am frühen Donnerstagabend dramatische Szenen abgespielt. Nach offiziellen Angaben kamen bei dem Attentat mindestens 13 Menschen ums Leben, darüber hinaus gibt es etwa 80 Verletzte, darunter mindestens zehn Schwerverletzte. Möglicherweise sind auch Deutsche unter den Todesopfern. Der Fahrer des Wagens flüchtete offenbar bewaffnet und soll sich zunächst unbestätigten Informationen zufolge in einer Bar verschanzt haben und Hilfe von mindestens einer weiteren Person haben. Mittlerweile hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Eine offizielle Bestätigung, ob es sich dabei um den oder die Attentäter handelt, gibt es bislang nicht.

          Wie ein deutscher Augenzeuge gegenüber der Nachrichtenagentur dpa berichtete, seien in der Innenstadt von Barcelona an mehreren Stellen Menschen in Panik umher gelaufen. Er selbst sei auf dem Weg in Richtung der Flaniermeile Las Ramblas gewesen, sagte Albert Zeitler, der seit einiger Zeit in Barcelona lebt, der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Ihm seien Leute entgegengerannt gekommen. „Bei den Leuten im Gesicht war Chaos“, sagte Zeitler. Die Polizei habe mit Bändern die Straße abgesperrt. Er habe gesehen, dass Einkaufswagen verstreut herumlagen. „Und eine Person lag verletzt oder tot, ich weiß es nicht, auf dem Boden.“ Die Polizei sei auch fast in Panik gewesen.

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          Zeitler berichtete weiter, in einer Querstraße zum Museum für zeitgenössische Kunst sei es wie in einer „Kriegszone“ gewesen. „Polizisten mit Maschinengewehren und Gewehren im Anschlag kamen in der Straße auf mich zugerannt. Und alle flüchteten in die Läden.“ Die Geschäfte hätten die Rollläden runtergelassen. Auch an einem anderen Platz seien viele Polizisten gewesen. Er denke, zwei Fahrer seien gejagt worden. „Die waren auf der Flucht“, sagte der Deutsche am Telefon.

          Wie Zeitler schilderte, suchten Polizisten im Gebiet um das Stadtviertel El Raval offenbar nach Tätern. Sie hätten – teils mit Masken und Schutzanzügen – die Leute angeschrien, die Straßen zu verlassen. „Ich habe so etwas noch nie erlebt. Es war schon fast ein Kriegserlebnis“, sagte er. Seine Frau habe in einem Einkaufszentrum an der Plaça de Catalunya eine Zeitlang festgesessen, weil die Eingänge geschlossen worden seien. Die Menschen seien durch Hintereingänge raus gelassen worden. Beide seien nun wohlbehalten zu Hause. „Wir dachten immer, Barcelona ist eine friedliche Stadt“, sagte Zeitler.

          Ein französischer Tourist erzählte dem Sender BFMTV, das Fahrzeug sei Zickzack gefahren, „um ein Maximum an Fußgängern zu erwischen“. „Das ist ein Lieferwagen, der in die Fußgängerstraße gerast ist“, sagte Henry, der den Angriff nach eigenen Angaben aus nächster Nähe miterlebte. „Ich bin einfach so nah wie möglich an einen Ort gerannt, wo ich mich schützen konnte.“ Die Person hinter ihm sei angefahren worden. „Als das Fahrzeug vorbei war, haben wir denen geholfen, die am Boden lagen“, sagte der Mann. „Die Polizei hat sehr gut reagiert.“ Er habe sich später in eine Bar geflüchtet, die zur Sicherheit den Fensterladen heruntergelassen habe.

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