https://www.faz.net/-gpf-7mg8w

Terror in Ägypten : Anschlag auf Touristenbus im Sinai

Der zerstörte Bus in Taba Bild: AFP

Im ägyptischen Badeort Taba ist ein Anschlag auf einen Touristenbus verübt worden. Mindestens vier Urlauber sind dabei ums Leben gekommen. Es ist nicht der erste Anschlag in dieser Gegend.

          1 Min.

          Bei einem Terroranschlag auf einen Bus sind am Sonntag im ägyptischen Badeort Taba mehrere Touristen getötet worden. In dem Bus saß eine Reisegruppe südkoreanischer Christen. Das ägyptische Innenministerium berichtet von insgesamt vier Toten und mehr als einem Dutzend Verletzten. Bei den Todesopfern soll es sich um drei südkoreanische Touristen und den ägyptischen Busfahrer handeln. Israelis sind nach israelischen Angaben nicht getötet oder verletzt worden.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Die Explosion ereignete sich weniger als hundert Meter vom Grenzübergang nach Israel entfernt. Ein israelischer Terrorexperte schloss einen Selbstmordanschlag militanter Islamisten nicht aus. Dafür spreche, dass der vordere Teil des Busses am stärksten beschädigt wurde, sagte Aviv Oreg, der früher die für Al Qaida und globalen Dschihad zuständige Abteilung im israelischen Militärgeheimdienst leitete. Er vermutet, dass die auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel aktive Terrorgruppe „Ansar Bayt al Maqdis“ (Unterstützer Jerusalems) hinter dem Anschlag in Taba stecken könnte.  Sie hatte sich auch der jüngsten Raketenangriffe auf den Taba benachbarten israelischen Badeort Eilat bezichtigt.

          Laut Presseberichten kam die aus mehr als 30 Personen bestehende christliche Reisegruppe aus Südkorea vom Katharinen-Kloster und wollte nach Israel weiterfahren. Den ägyptischen Sicherheitskräften war die Kontrolle über die Sinai-Halbinsel schon unter dem früheren Präsidenten Hosni Mubarak weitgehend entglitten. Die unwegsamen Berge entwickelten sich zu einem Rückzugsort für Schmuggler und Terroristen, die auch Beziehungen zu den Islamisten im Gazastreifen unterhalten.

          Experten sprechen von mindestens vier gut organisierten Terrorgruppen mit Verbindungen zu Al Qaida auf der Sinai-Halbinsel; eine nennt sich sogar „Al Qaida auf der Sinai-Halbinsel“. Die ägyptische Armee geht mittlerweile verstärkt gegen die Gruppen vor, die mit ihren Aktivitäten an der Küste des Roten Meers die Wirtschaft des Landes treffen, die stark vom Tourismus abhängig ist. Im Oktober 2004 waren bei einem Terroranschlag auf das Hilton-Hotel in Taba mehr als 30 Menschen getötet worden, unter ihnen 12 Israelis; unweit des Hotels explodierte am Sonntag auch der Bus mit den südkoreanischen Touristen. 2005 kamen bei einer Anschlagsserie in Scharm al Scheich am Roten Meer mehr als 80 Menschen ums Leben.

          Weitere Themen

          Regierungspartei gewinnt Parlamentswahl Video-Seite öffnen

          Polen : Regierungspartei gewinnt Parlamentswahl

          In Polen zeichnet sich ein klarer Wahlsieg der regierenden national-konservativen Partei PiS ab. PiS-Parteichef Kaczynski erklärte seine Partei umgehend zum Wahlsieger.

          SPD in voller Fahrt, Union auf der Bremse

          Bilanz der großen Koalition : SPD in voller Fahrt, Union auf der Bremse

          Von der Halbzeitbilanz der großen Koalition könnte ihre Zukunft abhängen, denn einige Sozialdemokraten wollen raus aus der Regierung. Dabei fällt die Analyse gerade für die SPD ziemlich gut aus – besser jedenfalls als für die Union.

          Topmeldungen

          In Offenbach wird gebaut – aber wie teuer wird die Grundsteuer?

          Bundestag stimmt am Freitag ab : Protokollnotiz soll die Grundsteuer retten

          Die Bundesregierung steht unter Druck: Ohne Einigung in Sachen Grundsteuer müssen die Kommunen auf mehr als 14 Milliarden Euro im Jahr verzichten. Viel spricht dafür, dass FDP und Grüne die geplante Reform ermöglichen werden.
          Gergely Karacsony am Sonntag nach seinem Wahlsieg in Budapest

          Kommunalwahlen in Ungarn : Die Hauptstadt wendet sich gegen Orbán

          Die Fidesz-Partei des Ministerpräsidenten erleidet empfindliche Niederlagen in Budapest und anderen wichtigen Städten. Das hat mit Skandalen und Korruptionsvorwürfen zu tun, aber auch mit einer Kooperationsstrategie der Opposition von links bis ganz rechts.
          Der amtierende indische Ministerpräsident Narendra Modi

          Hohe Verschuldung : Weltbank warnt vor indischer Krise

          Die Lage der Banken wird prekärer. Von faulen Krediten im Volumen von rund 150 Milliarden Dollar ist die Rede. Nun schlagen die Probleme aus dem Finanzsektor auf die Binnenwirtschaft durch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.