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Telefonat mit Erdogan : Merkel ruft Türkei zu Zurückhaltung in Syrien auf

  • Aktualisiert am

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan während des Syrien-Gipfels in Istanbul im Oktober 2018 Bild: Reuters

Nach dem geplanten Abzug der amerikanischen Truppen werden in Nordsyrien vor allem kurdische Milizen zurückbleiben – die der Türkei ein Dorn im Auge sind. Merkel will Erdogan von einer Offensive gegen die Milizen abhalten.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einem besonnenen Vorgehen im Nachbarland Syrien aufgerufen. Merkel habe in einem Telefonat mit Erdogan die Erwartung geäußert, „dass die Türkei mit Zurückhaltung und Verantwortung auf den angekündigten Rückzug der amerikanischen Truppen aus Syrien reagieren werde“, erklärte Vizeregierungssprecherin Martina Fietz am Sonntag in Berlin.

          Die beiden Politiker seien sich einig gewesen, dass die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) noch nicht besiegt sei. „Der IS sei zwar durch das gemeinsame Handeln zurückgedrängt, bleibe aber eine erhebliche Gefahr, die weiterer Aufmerksamkeit bedürfe“, gab die Vizeregierungssprecherin den Inhalt des Gespräches wieder.

          Trump: IS in Syrien besiegt

          Damit hoben sich Merkel und Erdogan von der Einschätzung von Amerikas Präsident Donald Trump ab. Dieser hatte den Rückzug seiner Truppen damit begründet, dass der IS besiegt sei und ein Einsatz deswegen nicht mehr erforderlich sei.

          Der angekündigte Rückzug des amerikanischen Militärs könnte ein Machtvakuum vor allem im Norden Syriens hinterlassen. Dort sind kurdische Milizen aktiv, welche die Regierung in Damaskus aus Furcht vor einer türkischen Offensive nach dem geplanten Abzug der Truppen um Hilfe gebeten hatten.

          Die Präsenz der Kurdenmilizen ist der Türkei ein Dorn im Auge, da sie ein durchgängiges kurdisches Gebiet an ihrer Südgrenze verhindern will. Erdogan hatte vor kurzem eine Militäroffensive angekündigt, um die Milizen aus der Region zu vertreiben.

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