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14 Prozentpunkte vor Labour : Farages Teilrückzug hebt Johnsons Tories auf Umfragehoch

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Ein Pint Beer auf das Umfragehoch - und Farage? Der britische Premierminister Boris Johnson traf sich am Montagabend mit Veteranen in Wolverhampton. Bild: AP

Seit Montag ist klar, dass Nigel Farages Brexit-Partei den Tories im Wahlkampf Schützenhilfe leistet. Das zahlt sich in der ersten Wählerumfrage bereits aus.

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          Der teilweise Rückzug der Brexit-Partei aus dem Wahlkampf hat den britischen Konservativen von Premierminister Boris Johnson ein Umfragehoch beschert. In einer aktuellen Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der „Times“ führten die Tories mit einem Vorsprung von 14 Prozentpunkten vor der oppositionellen Labour-Partei.

          Die Konservativen kämen demnach derzeit auf 42 Prozent der Stimmen, während Labour nur bei 28 Prozent läge. Könnten die Tories diesen Vorsprung bis zum Wahltag am 12. Dezember halten, wäre eine satte Mehrheit für Johnson wahrscheinlich. Weniger freuen dürfte den Premier aber die Tatsache, dass auch die Labour-Partei von dem teilweisen Verzicht der Brexit-Partei profitierte, wenn auch nicht so stark wie die Konservativen.

          Am Montag hatte der Chef der Brexit-Partei, Nigel Farage, überraschend angekündigt, seine Partei werde in 317 Wahlkreisen, die zuletzt von der Konservativen Partei gewonnen wurden, nicht antreten. Stattdessen wolle sie sich ganz auf Mandate konzentrieren, die im Parlament bislang von Labour und pro-europäischen Parteien gehalten werden. Das britische Mehrheitswahlrecht sieht nur Direktmandate vor. In jedem Wahlkreis gewinnt der Kandidat mit den meisten Stimmen. Alle andere Stimmen verfallen.

          Bis vor kurzem hatte Farage Schützenhilfe für die Tories von Johnson ausgeschlossen, solange die sich nicht zu einem EU-Austritt ohne Abkommen bekennen. Der Premier hofft bei der Wahl auf eine stabile Mehrheit, um seinen nachgebesserten Brexit-Deal durchs Unterhaus zu bringen. Den hatte Farage bislang abgelehnt mit der Begründung, es handele sich nicht um einen „echten Brexit“. Konservative Politiker fürchteten, die Konkurrenz von rechts könnte sie wichtige Stimmen kosten. Seinen Sinneswandel begründete Farage mit jüngsten Zusicherungen Johnsons, er habe es nicht auf eine enge Anbindung an die EU abgesehen.

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