https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/tausende-kurden-demonstrieren-gegen-gewalt-in-kobane-13193509.html

Kämpfe in Nordsyrien : Tausende Kurden demonstrieren gegen Gewalt in Kobane

  • Aktualisiert am

Kurdische Demonstranten im niederländischen Parlament in Den Haag Bild: dpa

Tausende Kurden in Deutschland haben gegen die Gewalt der Terrormiliz „Islamischer Staat“ demonstriert. In Brüssel drang eine Gruppe in das Europaparlament ein. In Bonn und Düsseldorf wurden kurzzeitig Rundfunkgebäude besetzt.

          1 Min.

          Mehrere Dutzend kurdische Demonstranten sind am Dienstagmorgen in das Europaparlament in Brüssel eingedrungen, um auf die Lage in der von der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) bedrängten Stadt Kobane in Syrien hinzuweisen. Die IS versucht derzeit, Kobane gegen den erbitterten Widerstand kurdischer Kämpfer unter ihre Kontrolle zu bringen.

          Etwa dreihundert Kurden demonstrierten vor dem Parlament mit Sprechchören, Fahnen und Plakaten. Parlamentspräsident Martin Schulz empfing schließlich eine Delegation der Demonstranten. Er habe ihnen „die Unterstützung des Europäischen Parlaments für die internationalen Anstrengungen zugesagt, IS zu stoppen“, hieß es. Die eingedrungenen Demonstranten verließen das Gebäude friedlich.

          Auch in anderen europäischen Städten machten seit Montagabend Kurden mit Protestaktionen und Besetzungen auf die Lage in Kobane aufmerksam.

          Im niederländischen Den Haag drang am Montagabend eine große Gruppe kurdischer Demonstranten in das Parlament ein. Nach einem Gespräch mit der Vorsitzenden der Zweiten Parlamentskammer, Anouchka van Miltenburg, verließen die Protestierer am frühen Morgen das Gebäude wieder, berichteten niederländische Medien am Dienstag. Im französischen Straßburg versammelten sich etwa 140 Kurden vor dem Sitz des Fernsehsenders France 3 Alsace.

          Am Flughafen der belgischen Hauptstadt Brüssel gab es ebenfalls eine Solidaritätsaktion von Kurden. Dort forderten Kurden ein entschlossenes Vorgehen der internationalen Gemeinschaft gegen den IS und humanitäre und militärische Hilfe für die Einwohner von Kobane.

          Auch in mehreren deutschen Städten gab es Proteste mit einigen tausend Teilnehmern. In Nordrhein-Westfalen versammelten sich laut Polizei insgesamt etwa 3000 friedliche Kurden. Rund 60 Aktivisten stürmten das Gebäude des deutschen Auslandssenders „Deutsche Welle“ in Bonn und übergaben den Verantwortlichen eine Resolution, wie der Sender in einem Online-Beitrag am Dienstag berichtete. In dem Schreiben forderten die Demonstranten Solidarität mit den Menschen im umkämpften Kobane. Außerdem verlangten sie „humanitäre Hilfe für die geflohenen Frauen und Kinder und langfristige Projekte, um Frauen, Mädchen und Kindern eine Überlebensperspektive zu bieten“.

          Die Demonstrationen blieben überwiegend friedlich. Bei einer Kundgebung am Dienstag in Düsseldorf waren auch Bilder des inhaftierten Führers der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, Abdullah Öcalan, zu sehen.

          Für den Dienstagabend und die kommende Woche sind weitere Demonstrationen in Berlin, Frankfurt, Stuttgart unter anderen deutschen Städten angekündigt worden.

          Weitere Themen

          Moskau unzufrieden mit US-NATO-Brief Video-Seite öffnen

          Ukraine-Krise : Moskau unzufrieden mit US-NATO-Brief

          In der Ukraine-Krise hat Moskau auf das Schreiben aus Washington mit Enttäuschung reagiert: Russland begrüßt die Gesprächsvorschläge, kritisiert aber, dass der Brief „keine positive Antwort auf die Hauptfrage“ enthalte - nämlich die gewünschte „Unzulässigkeit einer weiteren NATO-Osterweiterung“.

          Erdoğan warnt Russland

          Ukraine-Krise : Erdoğan warnt Russland

          Die Türkei fürchtet, dass das Schwarze Meer ein „russisches Meer“ werden könnte und unterstützt daher die Ukraine. Dennoch bietet Erdoğan an, zu vermitteln.

          Topmeldungen

          Hamburg: Ein Airbus-Transportflugzeug vom Typ Beluga fliegt im Landeanflug auf das Werksgelände in Finkenwerder über ein riesiges Containerschiff.

          Milliardär Gianluigi Aponte : Das Meer ist nicht genug

          Gianluigi Aponte, Gründer des Weltmarktführers MSC, greift mit der Lufthansa nach dem Nachfolger der Airline Alitalia. Nicht nur in der Seefahrt hat er seine Finger im Spiel. Wer ist der diskrete Milliardär?