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Libyen : Tausende fliehen vor Gefechten in Tripolis

  • Aktualisiert am

Kämpfer in Ain Zara im Großraum Tripolis Bild: Reuters

Geschützfeuer und Explosionen erschüttern die libysche Hauptstadt Tripolis. Dutzende Menschen wurden getötet, Tausende sind auf der Flucht.

          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den militärischen Vormarsch der Libysche Nationalarmee (LNA) des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar verurteilt. Sie fordere ihn „und seine Unterstützer“ dazu auf, alle militärischen Operationen sofort zu beenden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag. Die Bundesregierung plane aber nicht, den international anerkannten Ministerpräsidenten der libyschen Übergangsregierung, Fajes al Serradsch, militärisch zu unterstützen. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini warnte vor ernsthaften Konsequenzen durch neu entfachten Terror in Libyen.

          In unmittelbarer Nähe der Hauptstadt Tripolis lieferten sich Rebellen und Regierungstruppen am Freitag abermals heftige Gefechte. Im Stadtzentrum waren in den frühen Morgenstunden Geschützfeuer und Explosionen zu hören. Die LNA unter General Haftar kämpfte in der Gegend des stillgelegten internationalen Flughafens und im Bezirk Ain Zara gegen die Streitkräfte der international anerkannten Regierung. Nach ihrem Vormarsch setzte sich die LNA in den südlichen Vororten von Tripolis etwa elf Kilometer vom Zentrum entfernt fest.

          Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bei den Gefechten schon 56 Menschen getötet. 3500 Menschen hätten in den vergangenen 24 Stunden ihre Häuser in der Hauptstadt verlassen müssen. Damit seien nun insgesamt 9500 Menschen vertrieben worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat nach eigener Auskunft Krisenpläne für den Fall, dass die Zahl in die Hunderttausende steigt. Dann seien wegen der schlechten sanitären Lage Epidemien zu erwarten.

          Bei den Gefechten sind nach WHO-Angaben bereits Dutzende Menschen gestorben. Der UN-Friedensplan für das zerrissene nordafrikanische Land ist in Gefahr. Es wird befürchtet, dass sich islamistische Milizen das Chaos zunutze machen und die riskante Migration über das Mittelmeer zunimmt, denn Libyen ist ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge, die Europa erreichen wollen.

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