https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/taliban-rufen-weibliches-gesundheitspersonal-zur-arbeit-17506100.html

Nach Anschlag in Kabul : Taliban rufen weibliches Gesundheitspersonal zur Arbeit

  • Aktualisiert am

Einen Tag nach dem Anschlag warten Angehörige, die Vermisste suchen, am 27. August vor einem Krankenhaus in Kabul. Bild: AFP

Die Taliban haben alle im Gesundheitssektor beschäftigten Frauen in Afghanistan aufgefordert, wieder zur Arbeit zu gehen. Dem stehe nichts im Wege. Bisher ist unklar, inwiefern Frauen in ihre Berufe zurückkehren können.

          1 Min.

          Die Taliban in Afghanistan haben alle im öffentlichen Gesundheitssektor beschäftigten Frauen aufgefordert, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Das Gesundheitsministerium weise alle weiblichen Mitarbeiter in der Hauptstadt und den Provinzen an, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren, hieß es in einem Tweet des Taliban-Sprechers Sabiullah Mudschahid von Freitagabend. Der Ausübung ihrer Arbeit stehe nichts im Wege.

          Es ist bisher weitgehend unklar, ob Frauen in Afghanistan mit der Machtübernahme der Taliban weiter ihren Berufen nachgehen können. Bislang gab es lediglich für den Gesundheits- und den Bildungsbereich konkretere Aussagen, dass Frauen wieder ihre Arbeit aufnehmen sollten.

          Im Gesundheitsbereich hatte es zuletzt Berichte aus dem Norden des Landes gegeben, dass etwa Hebammen nicht mehr an Sitzungen mit männlichen Ärzten teilnehmen durften. Während der Taliban-Herrschaft 1996 bis 2001 durften Frauen nicht von männlichen Ärzten behandelt werden, was ihre Gesundheitsversorgung massiv einschränkte.

          In einer Pressekonferenz sagte der Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid diese Woche, arbeitende Frauen sollten zuhause bleiben, bis es neue Regeln gebe. Ihre Gehälter würden sie dennoch erhalten. Es war unklar, ob er nur von angestellten Frauen bei Regierungsbehörden sprach oder auch von privaten Firmen. Journalistinnen hatten in der vergangenen Woche berichtet, dass sie von Taliban-Kämpfern wieder nach Hause geschickt worden seien.

          Weitere Themen

          Sánchez korrigiert eigene Reform

          Sexualstrafrecht in Spanien : Sánchez korrigiert eigene Reform

          Mit dem neuen „Nur Ja heißt Ja“-Gesetz der spanischen Regierung sollte die Verurteilung von Sexualstraftätern erleichtert werden. Stattdessen wurden einige vorzeitig aus der Haft entlassen. Das will die Regierung nun ändern.

          Für wen Sie bei der Berlin-Wahl stimmen sollten

          Wahl-O-Mat : Für wen Sie bei der Berlin-Wahl stimmen sollten

          Berlin muss die Wahl wiederholen. Rund 2,5 Millionen Bürger sind am 12. Februar aufgerufen, ein neues Abgeordnetenhaus zu bestimmen. Mit dem Wahl-O-Mat können sie herausfinden, welche Partei ihren Positionen am nächsten ist.

          Topmeldungen

          14. April 2013 in Berlin: Gründungsparteitag der AfD: Wolf-Joachim Schünemann, Heidrun Jakobs, Frauke Petry, Konrad Adam, Bernd Lucke und Alexander Gauland (von links)

          Zehn Jahre AfD : Stachel im Fleisch der Republik

          Die Unzufriedenen sind eine leichte Beute für die AfD. Denn den Parteien links von der AfD fehlt seit zehn Jahren die richtige Sprache.
          Patriarch Kyrill während einer orthodoxen Weihnachtsmesse am 6. Januar in Moskau

          Russisches Kirchenoberhaupt : Patriarch Kyrill war Spion in Genf

          Während des Kalten Kriegs forschte Wladimir Michajlowitsch Gundjajew unter dem Decknamen „Michajlow“ den Weltkirchenrat in Genf aus. Heute steht er als Moskauer Patriarch Kyrill fest an der Seite Putins.

          Diskussion beim FC Bayern : 16 Fragen an Nagelsmann zu Manuel Neuer

          Das Sportliche interessiert beim FC Bayern derzeit nur am Rande. Vielmehr dreht sich fast alles um Manuel Neuers Kritik. Die zielt auch auf Julian Nagelsmann. Der Trainer reagiert bewundernswert.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.