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Sturm auf Kabul : Was wollen die Taliban?

Taliban-Kämpfer bewachen am Freitag afghanische Sicherheitskräfte, die sich in der Stadt Ghazni südwestlich von Kabul ergeben hatten. Bild: dpa

Die Taliban inszenieren sich auf ihrem Vormarsch auf Afghanistans Hauptstadt Kabul als moderate und disziplinierte Kraft. Erfahrungen aus eroberten Provinzhauptstädten deuten aber auf düstere Zeiten hin.

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          Während ihre Kämpfer am Sonntag in die Außenbezirke von Kabul vorrückten, bemühten sich die Taliban, sich als moderate, disziplinierte Kraft zu präsentieren. Soldaten der afghanischen Armee dürften unbehelligt nach Hause gehen, verkündeten die Extremisten. Ausländer könnten die Stadt verlassen oder sich bei der „Verwaltung“ der Taliban registrieren. Den eigenen Kämpfern sei es nicht erlaubt, ihren Triumph mit Gewehrsalven in die Luft zu feiern. Sie seien angewiesen worden, sich an den Zugangsstraßen nach Kabul bereitzuhalten, „bis eine friedliche und zufriedenstellende Machtübergabe vereinbart wurde“.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Nothilfeorganisationen sowie der Flughafen und Krankenhaus könnten ihre Arbeit ungehindert fortsetzen, teilten die Taliban mit. Der Taliban-Sprecher Suhail Shaheen sagte im Sender BBC, man versichere den Bewohnern Kabuls, es werde „keine Racheakte an irgendjemandem“ geben. Viele Kabuler trauten den Worten der Islamisten aber nicht und versuchten verzweifelt, zum Flughafen oder auf anderen Wegen aus der Stadt zu gelangen.

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