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Taiwan-Weißbuch : Pekings Billigangebot

  • -Aktualisiert am

Äußerlich unbeeindruckt von Pekings Drohungen: Restaurantgäste in Taiwan am Mittwoch Bild: Reuters

Schon früher fanden die Taiwaner das „Modell Hongkong“ für sich nicht attraktiv. Jetzt hat Peking das Angebot noch einmal verschlechtert. Freiwillig wird sich Taiwan nicht unterwerfen.

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          Nicht einmal zu besten Zeiten war für die Bewohner Taiwans das von Peking auch ihnen in Aussicht gestellte „Modell Hongkong“ wirklich attraktiv. Zwar funktionierte in der ehemaligen britischen Kronkolonie „Ein Land – zwei Systeme“ einige Jahre lang einigermaßen. Aber in Taiwan lagen die Verhältnisse von Anfang an anders. Und sie haben sich in der jüngeren Vergangenheit im Sinne Pekings si­cher nicht verbessert.

          Am Anfang stand die Gleichschaltung Hongkongs, wo nur noch von „Ein Land“ die Rede ist, „zwei Systeme“ aber der Vergangenheit angehören. Nun ka­men die kriegsähnlichen Handlungen Pekings nach dem Besuch Nancy Pelosis in Taipeh hinzu.

          Nun droht auch noch die „Volksbefreiungsarmee“

          Diese Manöver hat China nun zwar für vorläufig beendet erklärt. Aber das Angebot an die „Lands­leute“ in Taiwan ist noch einmal verschlechtert worden.

          Ein vages Autonomieversprechen, das kaum jemand ernst nimmt, gibt es zwar immer noch. Aber die Zusage, nach einer „Wiedervereinigung“ keine Einheiten der chinesischen Armee in Taiwan zu stationieren, fehlt im jüngsten Weißbuch aus Peking.

          Dass es mit der Demokratie in Taiwan, die sich in den vergangenen Jahrzehnten prächtig entwickelt hat, dann vorbei wäre, versteht sich von selbst. Freiwillig wird sich Taiwan nicht unterwerfen. Die wichtigste Aufgabe ist jetzt, Peking von einer militärischen Invasion abzuhalten.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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