https://www.faz.net/-gpf-agllv

Taiwan warnt Peking : „Ein Krieg hätte katastrophale Folgen“

Chinesisches J-16 Kampfflugzeug nahe Taiwan - eine Pekinger Machtdemonstration? Bild: AP

Wiederholt sind chinesische Bomber und Kampfflugzeuge Taiwan nahe gekommen. Dessen Präsidentin gibt sich verteidigungsbereit. Eskaliert der Konflikt?

          1 Min.

          In den vergangenen Tagen sind wiederholt Dutzende chinesische Bomber, Kampf-, Transport- und Frühwarnflugzeuge in den Verteidigungsluftraum Taiwans eingedrungen. Man kann nur spekulieren, welchen politischen Zweck diese militärischen Droh- und Machtgebärden jetzt haben – jenseits der Bekräftigung des Pekinger Herrschaftsanspruchs über Taiwan. Dessen Präsidentin hat jetzt reagiert, Verteidigungsbereitschaft beteuert und vor den „katastrophalen Folgen“ eines chinesischen Angriffs gewarnt, also vor den Konsequenzen eines Krieges.

          Dass es mittlerweile nicht mehr für ausgeschlossen gehalten wird, dass China die „Wiedervereinigung“ mit Taiwan militärisch erzwingen will, ungeachtet der Folgen, die das hätte, auch für die Weltwirtschaft, stimmt bedenklich.

          Peking, das der Demokratie in Hongkong den Garaus gemacht hat, tritt gegenüber Taiwan, einer funktionierenden, prosperierenden Demokratie, immer provozierender auf. Es muss sich daher nicht wundern, dass diese Aggressivität zu Gegenreaktionen führt.Die Vereinigten Staaten haben wiederholt Taiwan ihrer „felsenfesten“ Unterstützung versichert und das politische Niveau der Beziehungen angehoben. Militärisch sind auch sie in der Region präsent.

          An Taiwan könnte sich die chinesisch-amerikanische Auseinandersetzung militärisch entzünden. Das wäre eine Katastrophe. Noch ist der „Wettbewerb“ der beiden Mächte nicht zum offenen, heißen Konflikt geworden.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          Polen und Ungarn droht die nächste Niederlage

          EuGH : Polen und Ungarn droht die nächste Niederlage

          Die EU will ihr Geld nur noch Länder zahlen, die es rechtsstaatlich verwenden. Polen und Ungarn gehen dagegen vor. Nun hat der Generalanwalt seine Anträge gestellt.

          Kurz kündigt Rückzug aus Politik an Video-Seite öffnen

          Österreich : Kurz kündigt Rückzug aus Politik an

          Der ehemalige Bundeskanzler will das Amt des Parteiobmanns der ÖVP sowie des Fraktionschefs aufgeben. Er wolle mehr Zeit mit der Familie verbringen und sich neuen beruflichen Aufgaben widmen.

          Topmeldungen

          Väter, die gewachsen sind:  Mann mit  Kind im Buggy im Oktober im Berliner Regierungsviertel

          Familie in Zeiten der Pandemie : Dieses neue Vatergefühl

          Corona ist für Familien eine Belastung. Manche Männer aber bringt die Pandemie auch dazu, eine aktivere Rolle zu suchen. Macht die neue Lebenssituation aus Männern vielleicht sogar bessere Väter?