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Corona-Impfstoff : Lieferung an Taiwan wird zum geopolitischen Drahtseilakt

Im Herbst gibt es hier auch Impfstoff von BioNTech: Impfzentrum in einer Schule in Taipeh Bild: AP

China will mitreden, wenn Taiwan Corona-Impfstoff im Ausland kauft. Lieferungen sollen an die „Region Taiwan“ gehen. Die Regierung der Inselrepublik macht da nicht mit. Jetzt wurde ein Umweg gefunden. BioNTech kann liefern.

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          BioNTech-Gründer Ugur Sahin verkündete am Montag das erfolgreiche Ende eines geopolitischen Drahtseilakts: Nach monatelangem Stillstand in den Verhandlungen mit Taipeh soll Taiwan nun doch zehn Millionen Dosen des BioNTech-Impfstoffs gegen das Coronavirus erhalten. Zahlreiche politische Klippen konnten umschifft werden, weil anstelle der taiwanischen Regierung nun zwei führende taiwanische Konzerne und eine Stiftung als Käufer auftreten. Der iPhone-Hersteller Foxconn und der Halbleiterhersteller TSMC wollen den 350 Millionen Dollar teuren Impfstoff an die taiwanischen Gesundheitsbehörden spenden.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Worin die politische Sprengkraft dieser Vereinbarung besteht, lässt sich schon aus der Überschrift der Mainzer Pressemitteilung herauslesen: Das Vakzin werde an „die Region Taiwan“ geliefert, heißt es da. Eine Region ist Taiwan aber nur aus Sicht der chinesischen Regierung, die regelmäßig Unternehmen zwingt, diese Darstellung zu übernehmen. In diesem Fall hat das damit zu tun, dass nicht BioNTech den Vertrag mit den Taiwanern verhandelt hat, sondern das chinesische Pharma-Unternehmen Fosun. Dieses hat im vergangenen Jahr von BioNTech die Lizenz erworben, die Corona-Impfstoffe der Mainzer exklusiv auf dem chinesischen Festland, in Hongkong, Macau – und eben auch „in der Region Taiwan“ zu vermarkten, wie es in der Mainzer Pressemitteilung heißt.

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