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Einmarsch in Manbidsch : Syrische Kurden bitten Assad um Hilfe gegen die Türkei

  • Aktualisiert am

Auf einem Panzerfahrzeug weht eine amerikanischen Fahne in der neu eingerichteten Militärstellung in der Nähe von Manbidsch. (Archivbild) Bild: dpa

Zur Unterstützung bei einer drohenden türkischen Offensive verkündete ein syrischer Armeesprecher zunächst, Staatstruppen seien in die Stadt Manbidsch eingerückt. Das dort stationierte amerikanische Militär widerspricht dem aber nun.

          Das amerikanische Militär hat den Angaben aus Damaskus widersprochen, wonach die syrische Armee in die nordsyrische Stadt Manbidsch einmarschiert sei. Die amerikanisch geführte Koalition habe keine Anzeichen für einen militärischen Führungswechsel in Manbidsch, sagte der Sprecher des Zentralkommandos, Earl Brown, am Freitag in Washington.

          Ein syrischer Armeesprecher hatte zuvor im Staatsfernsehen verkündet, die syrischen Truppen seien in Manbidsch einmarschiert und hätten dort die syrische Nationalflagge gehisst, um das Gebiet bei einer drohenden Offensive der Türkei zu stabilisieren. Das Generalkommando der Armee teilte am Freitag mit, dass die Truppen ihrer Verpflichtung nachkämen, die staatliche Souveränität auf dem gesamten syrischen Staatsgebiet sicherzustellen.

          Der syrische Armeesprecher sagte nach dem Einmarsch in Manbidsch, das Militär werde „den Terrorismus zerschlagen und alle Invasoren und Okkupanten besiegen“. Es wäre das erste Mal seit sechs Jahren, dass sich syrische Streitkräfte in der 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernten Stadt befänden. Dort sei nun die syrische Nationalflagge gehisst worden, teilte ein Armeesprecher im syrischen Staatsfernsehen mit.

          Abzug könnte mehrere Monate dauern

          Die Region im Norden Syriens wird von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) kontrolliert, die enge Verbündete der Vereinigten Staaten im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) sind. Doch in der vergangenen Woche kündigte der amerikanische Präsident Donald Trump den Abzug der amerikanischen Streitkräfte aus Syrien an, weil er den IS als weitgehend besiegt ansieht.

          Beobachter schätzen, dass ein Angriff der Türkei dadurch begünstigt wird. Nach einem Bericht des amerikanischen Fernsehsenders ABC könnte der Abzug der 2000 amerikanischen Soldaten jedoch mehrere Monate dauern.

          Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte schon mehrmals mit einer Offensive gegen die YPG gedroht, diese in der vergangenen Woche aber erst einmal verschoben. Die Kurdenmiliz fürchtet aber offenbar, dass sich die Lage bald verändern könnte. Die türkische Armee verstärkte zuletzt ihre Truppenpräsenz an der syrischen Grenze. Von Ankara unterstützte syrische Rebellengruppen schickten ihrerseits zusätzliche Kämpfer nach Manbidsch.

          Eine Bitte der YPG

          Vor der Verlegung der syrischen Truppen hatte die YPG die Regierung in Damaskus um Hilfe gebeten. „Wir laden die syrischen Regierungstruppen ein, die Kontrolle über die Gebiete zu übernehmen, die wir ihnen entzogen haben, insbesondere von Manbidsch, und diese Gebiete gegen eine türkische Invasion zu verteidigen“, hieß es in einer Erklärung der kurdischen Volksverteidigungseinheiten. Das türkische Verteidigungsministerium erklärte am Freitag, die syrischen Kurden hätten „nicht das Recht“, sich Beistand aus Damaskus zu holen.

          Syriens Verbündeter Russland begrüßte hingegen den Vorstoß der syrischen Armee. Der Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, der Vormarsch trage zur „Stabilisierung der Lage“ bei. Anfang Januar will Russland einen weiteren Syrien-Gipfel mit den Präsidenten des Iran und der Türkei einberufen. Sein Land sei an der Reihe, ein solches Treffen zu organisieren, sagte der russische Vize-Außenminister Michail Bogdanow laut der Nachrichtenagentur Interfax.

          Bereits am Donnerstag hatte die syrische Regierung ihre Truppen am Rande der von einer türkischen Offensive bedrohten Region Manbidsch deutlich aufgerüstet. In den vergangenen zwei Tagen seien Kämpfer und Militärfahrzeuge an die Grenze des Gebiets gebracht worden, das von kurdischen Truppen kontrolliert wird, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag.

          „Die Truppen wurden in die Gebiete nahe Manbidsch geschickt, um einen Angriff der Türkei zu verhindern“, sagte der Leiter der Menschenrechtler, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur dpa.

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