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Amerika dementiert Beteiligung : Angeblich 14 Tote bei Angriff auf Flughafen in Syrien

  • Aktualisiert am

Syrische Truppen sammeln sich am Stadtrand von Duma. Bild: AFP

Laut syrischen Staatsmedien ist in der Nacht ein Flughafen bombardiert worden – nach Angaben von Aktivisten starben 14 Menschen. Amerika weist die Verantwortung zurück – droht aber mit Konsequenzen für den mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen.

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          Bei einem Angriff auf einen syrischen Militärflughafen sind nach Angaben von Aktivisten 14 Menschen getötet worden. Unter den Toten seien auch iranische Kämpfer, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag. Zuvor hatte die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtet, mehrere Geschosse hätten in der Nacht auf Montag den Flughafen Taifur im Zentrum des Landes getroffen. Die Agentur berief sich auf Armeekreise, nannte aber keine konkrete Zahl.

          Die Vereinigten Staaten sind nach eigenen Angaben nicht für die mutmaßlichen Angriffe auf einen syrischen Militärflughafen verantwortlich. „Das Verteidigungsministerium führt derzeit keine Luftangriffe in Syrien aus“, teilte das Pentagon in Washington mit. „Allerdings beobachten wir die Situation weiterhin genau und unterstützen die anhaltenden diplomatischen Bemühungen, diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die Chemiewaffen in Syrien und anderswo einsetzen“, sagte ein Sprecher. In den Berichten der syrischen Staatsmedien waren zunächst die Vereinigten Staaten verdächtigt worden, für den Angriff verantwortlich zu sein. Später wurde darauf nicht mehr Bezug genommen.

          Trump und Macron warnen

          Kurz zuvor hatte Amerikas Präsident Donald Trump eine Warnung an Damaskus und seine Verbündeten als Reaktion auf einen mutmaßlichen Chemiewaffenangriff auf die Rebellenhochburg Duma ausgesprochen. Nach Angaben syrischer Rettungskräfte waren bei dem Angriff mit giftigem Chlorgas am Samstagabend fast 50 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt worden.Die Verantwortlichen müssten einen „hohen Preis“ dafür bezahlen, warnte Trump am Sonntag.

          Wie das Weiße Haus am Sonntag außerdem mitteilte, sprachen sich Trump und sein französischer Kollege Emmanuel Macron in einem Telefonat für eine „starke gemeinsame Reaktion“ auf die „schrecklichen Chemiewaffenangriffe“ aus. Die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al Assad müsse für „ihre anhaltenden Menschenrechtsverstöße zur Verantwortung gezogen“ werden.

          Die syrische Regierung sowie ihre Verbündeten Russland und Iran wiesen die Berichte zurück. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist nicht möglich. Die syrische Armee hat Duma, die letzte noch von der Opposition kontrollierten Stadt in der Region Ost-Ghouta bei Damaskus, isoliert.

          Berichte über Rebellen-Abzug aus Duma

          Syrischen Medienberichten zufolge begann am Sonntag In Duma der Abzug der letzten noch dort verbliebenen Rebellen und Zivilisten. Sana berichtete, zwei Busse mit Anhängern der Rebellengruppe Dschaisch al-Islam und ihren Familien hätten die Stadt Duma verlassen. Sie sollten demnach in Richtung Norden in von der Opposition kontrolliertes Gebiet fahren.

          Zuvor hatte es laut Berichten der Staatsmedien eine entsprechende Einigung mit der Regierung auf eine Evakuierung von Duma gegeben. Sämtliche verbliebenen Rebellenkämpfer sollten die vor den Toren von Damaskus gelegene Stadt binnen 48 Stunden verlassen.

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