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Syrien : UN ziehen die Hälfte ihrer Beobachter aus Aleppo ab

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Bei der Arbeit: Beobachter der syrischen UN-Mission Unsmis auf einer Erkundungstour durch Städte Homs und Rastan, Ende Juli Bild: AFP

Die UN-Beobachtermission in Syrien gilt nicht erst seit dem Rücktritt des Sonderbeauftragten Kofi Annan als gescheitert. Nun befinden sich die Blauhelme ausgerechnet im schwer umkämpften Aleppo auf dem Rückzug.

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          In der seit zwei Wochen schwer umkämpften syrischen Wirtschaftsmetropole Aleppo haben die Vereinten Nationen laut einem Medienbericht die Zahl ihrer Beobachter deutlich reduziert. Ursache für den vorläufigen Abzug der Hälfte der Beobachter seien nicht die schweren Gefechte der vergangenen Tage, sondern technische Probleme, sagte eine UN-Sprecherin der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstag).

          Der Zusammenbruch des Mobilfunknetzes in Aleppo zwinge die UN zu diesem Schritt. „Sobald unsere Kommunikationsmittel wieder funktionieren, werden wir die Beobachter zurücksenden“, sagte die Sprecherin. Nach Informationen der Zeitung seien 14 der 28 UN-Vertreter abgereist. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte sich am Freitag für eine Fortsetzung der UN-Präsenz in Syrien auch nach dem Ablauf des Mandats der Beobachtermission Unsmis am 19. August ausgesprochen.

          In Azaz, rund 47 Kilometer nördlich von Aleppo, schaut ein junger Mann in das Innere eines zerstörten Panzers der syrischen Armee

          Unterdessen haben syrische Rebellen Berichten zufolge in der Nacht zu Samstag das Gebäude des Staatsfernsehens in Aleppo angegriffen. Die Aufständischen hätten rings um das Haus Sprengsätze deponiert, seien dann aber bei dem Versuch, das Gebäude zu stürmen, von der syrischen Luftwaffe beschossen worden, teilte die im Ausland ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Daraufhin hätten sich die Rebellen, die nach eigenen Angaben die Hälfte der Stadt kontrollieren, zurückgezogen. Die Organisation gab ferner an, dass in zwei westlichen Stadtteilen von Aleppo zu heftigen Kämpfen gekommen sei.

          Die amtliche Nachrichtenagentur Sana bestätigte den Angriff auf die Niederlassung des Staatsfernsehens und berichtete von „Terroristen, die Zivilisten und das Gebäude angegriffen“ hätten. Syrische Soldaten seien aber zur Verteidigung angerückt. Mit dem Begriff „Terroristen“ umschreibt die syrische Führung regierungskritische Demonstranten und Aufständische im Land.

          Auch in der Hauptstadt Damaskus soll es abermals zu schweren Kämpfen gekommen sein. Die Armee habe das südliche Viertel Tadamun „so heftig beschossen wie nie zuvor“, teilte die Beobachtungsstelle mit. Auch im östlichen Bezirk Dschobar gab es demnach Gefechte. Laut Sana ging die Armee auch hier gegen „Terroristen“ vor. Eine „große Anzahl“ von ihnen sei festgenommen oder getötet worden, meldete die Nachrichtenagentur. Ferner seien Waffen beschlagnahmt worden.

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