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Syrien : Russische Einsicht

Nun schließt auch Moskau einen Sieg der Rebellen über das Assad-Regime nicht mehr aus. Die russische Skepsis gegenüber der vom Westen hofierten Exilopposition ist aber durchaus berechtigt.

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          Nun spricht es auch die russische Regierung aus: Das Assad-Regimne verliert die Kontrolle über immer größere Teile des Landes. Also stellt sich auch Moskau auf den möglichen Sieg der Rebellen ein. Die Einsicht ist gereift, politische Folgen hat sie vorerst nicht. Russland spricht mit der Exilopposition, erkennt sie aber weiterhin nicht an.

          In einem ist die russische Skepsis durchaus berechtigt: Es wird kaum die vom Westen hofierte Exilopposition sein, die nach dem immer wahrscheinlicher werdenden Sturz Assads das Vakuum füllen wird. Wenn die Rebellen Fortschritte am Boden erzielen, liegt das vor allem an der Kampferfahrung und Disziplin ihrer besten Einheiten - die aber bestehen viel zu oft aus Dschihadisten.

          Die werden bei einem Neuaufbau Syriens nicht demütig der prowestlichen Opposition den Vortritt lassen und sich in die zweite Reihe zurückziehen. Gewiss brauchen die vielen Flüchtlinge in dem harten Winter erst einmal humanitäre Hilfe. Der Westen muss aber auch dafür zu sorgen, dass jene Kräfte erfolgreich sind, mit denen er künftig in der syrischen Regierung leben kann.

          Rainer Hermann

          Redakteur in der Politik.

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